Die
Dauerausstellung im Naturkundemuseum Leipzig
26 Jagdraum
Luchs - Lynx lynx
Verbreitung: Eurasien und Nordamerika
Lebensraum: große Wälder und Felslandschaften
Lebensweise: hauptsächlich dämmerungs- und
nachtaktiv, selten auch am Tag, Einzelgänger mit Revieren bis
300 km²; Tragzeit 70-75 Tage, 1-5 (im Durchschnitt 2-3) Junge,
Nahrung kleine bis mittelgroße Säugetiere und
Vögel.
Bestand: im 18.Jh. in Sachsen ausgerottet, seit Mitte des 20.Jh. wieder
Nachweise, gegenwärtig kleine Population im
Elbsandsteingebirge, Einzelnachweise in anderen Waldgebieten.
Kolkrabe - Corvus corax
Verbreitung: Eurasien, NW-Afrika und Nordamerika
Lebensraum: Wälder, Agrarlandschaften mit
Feldgehölzen, Felsgebirge und Meeresküsten
Lebensweise: meist paarweise in Revieren, Nichtbrüter auch in
Schwärmen; Reisignest auf Bäumen, an Felsen oder auf
Strommasten, Gelege 3-6 Eier, Brutdauer 21 Tage; Nahrung kleine
Wirbeltiere, Eier, Wirbellose, Aas und Abfälle
Bestand: Mitte 19. Jh. in Sachsen ausgerottet, seit den 70er Jahren des
20.Jh. wieder Brutvogel mit zunehmendem Bestand, in NW-Sachsen
schätzungsweise 100 Brutpaare.
Birkhuhn - Lyrurus tetrix
Verbreitung: Eurasien
Lebensraum: Moore, Heiden, lichte Laub- und Mischwälder, im
Gebirge an der Baumgrenze
Lebensweise: gesellig, tag- und dämmerungsaktiv,
während der Balz auch nachtaktiv, Kollektivbalz der
Männchen; Nest am Boden in der Krautschicht, Gelege 7-12 Eier,
Brutdauer 26-27 Tage; Nahrung, Altvögel fressen
Blätter, Knospen, Koniferennadeln, Beeren und
Sämereien, Kücken vorwiegend Insekten
Bestand: in Sachsen vom Aussterben bedroht, nur kleine Populationen im
Osterzgebirge, in den Kammlagen des Erzgebirges und in der Lausitzer
Heide, Gefährdung in Mitteleuropa hauptsächlich durch
Lebensraumzerstörung und Massentourismus.
Dachs - Meles meles
Verbreitung: Eurasien
Lebensraum: reich strukturierte Landschaften mit Laub- und
Mischwäldern, Feldgehölzen und Weiden
Lebensweise: dämmerungs- und nachtaktiv, am Tag in
selbstgegrabenen Bauen (Dachsburgen), leben meist im Familienverband,
selten einzeln; Tragzeit kann infolge Keimruhe bis 12 Monate dauern,
1-6 Junge; Nahrung Kleinsäuger, Lurche, Würmer,
Schnecken, Obst und Beeren
Bestand: exakte Bestandsanalysen aus NW-Sachsen fehlen,
geschätzte Populationsdichten 1-3 Tiere pro 100 ha.
Fuchs - Vulpes vulpes
Verbreitung: Eurasien, Nordafrika und Nordamerika, in Australien
angesiedelt
Lebensweise: vorwiegend dämmerungs- und Nachtaktiv, lebt
einzeln oder im Familienverband; Wurfkessel in selbstgegrabenen
Erdbauen, Tragzeit 50-55 Tage, 3-8 Junge; Nahrung
hauptsächlich Kleinsäuger (Mäuse), aber auch
Vögel, Wirbellose, Aas und Früchte
Bestand: zunehmend, seit einigen Jahrzehnten Verlagerung des Areals in
den urbanen Bereich, Dichten von 2-3 Tieren pro 100 ha, in NW-Sachsen
fast flächendeckend verbreitet.
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Baummarder
Martes martes
Verbreitung: Eurasien
Lebensweise: dämmerungs- und nachtaktiv, Einzelgänger
in
Revieren bis 10 km², können sehr gut klettern und bis
4 m
weit springen; Schlaf- und Wurfplätze in Baumhöhlen,
Tragzeit
(infolge Keimlingsruhe verlängert) 240-290 Tage, 3-5 Junge;
Nahrung Vögel, Kleinsäuger (gelegentlich auch
Eichhörnchen), Obst und Beeren
Bestand: bedingt durch Reviergröße geringe
Bestandsdichten
von maximal 1 Tier pro 100 ha, in NW-Sachsen nur in
größeren
Waldgebieten verbreitet. |
Wildschwein (Keiler) - Sus scrofa
28.03.1980, Wildgatter AGRA Markkleeberg
Wildschweine gab es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
in
Sachsen nur als Gatterwild. Durch die Kriegswirren 1945 in die Freiheit
entwischen, hat sich das Schwarzwild sehr rasch wieder ausgebreitet.
Die ausbleibende Bejagung, frühe Geschlechtsreife, hohe
Nachwuchsraten und fehlende Feinde haben diesen Prozess beschleunigt.
Wildschweine sind Allesfresser. Sie wählen ihre
Einstandsgebiete
entsprechend dem Nahrungsangebot. In landwirtschaftlichen Kulturen
können sie erhebliche Schäden anrichten. Die
wirtschaftlich
tragbare Wilddichte kann nur durch ganzjährige Bejagung (mit
Ausnahme tragender Bachen) erreicht werden.
Reh - Capreolus capreolus
Von den heimischen Säugetieren ist das Reh am
häufigsten und
am weitesten verbreitet. Begünstigt durch
großflächig
betriebene Landwirtschaft haben sich in den letzten Jahrzehnten auch
stabile Feldrehbestände gebildet. Der Abschuss wird auf
Grundlage
des jährlichen Zuwachses, des jahreszeitlich unterschiedlichen
Nahrungsangebotes, der biologisch erforderlichen und wirdschaftlich
tragbaren Wilddichte, dem Geschlechterverhältnis und der
Altersstruktur für ein Jagdgebiet festgelegt.

Spießbock (einjähriger Rehbock), Gabelbock (meist
zweijährig, selten einjährig), Sechsebock (meist ab
dritten
Lebensjahr)

Das Gehörn wird im Zeitraum Oktober/November abgeworfen. Ab
Dezember entwickelt sich das neue Gehörn. Der Bast, eine von
Nerven und Blutgefäßen durchzogene behaarte Haut,
schützt und nährt den wachsenden Knochen. In den
Monaten
April/Mai wird der ausgetrocknete Bast an Zweigen abgerieben (gefegt).