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Die Botanischen Sammlungen im NKM Leipzig

Kurator: Diplom-Biologe Karl Heyde, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Vorbemerkung: Die Naturkundemuseen Leipzig und Görlitz sind die einzigen Museen Sachsens, die eine botanische Abteilung haben. Somit haben ihre botanischen Sammlungen eine sehr große Bedeutung für die Dokumentation der Flora in Sachsen.
Zwar hat die Universität Leipzig mit ca. 170.000 Belegen ein deutlich umfangreicheres Herbarium, als das Naturkundemuseum Leipzig und derzeit auch noch die größere Regionalsammlung von Nordwestsachsen. Aber durch andere Schwerpunktsetzungen in der Universität spielt das Herbarium dort nur noch eine untergeordnete Rolle und ist durch die Abschaffung der Betreuung durch technische Hilfskräfte in seinem Bestand gefährdet. Da an der Universität Leipzig keine floristische Kartierung/ Erfassung mehr durchgeführt wird, bleibt zukünftig die Verantwortung für die Fortschreibung der Flora von Leipzig und der Region (Regierungsbezirk) in der Verantwortung des Naturkundemuseums hängen.

1. Die Herbarien der Gefäß- und Samenpflanzen

Sammlung Weikert: Vom Grimmaer Apothekermeister W. Weickert stammt das älteste Herbarium des Leipziger Naturkundemuseums. W. Weickert sammelte in der Zeit von 1840 bis 1858 ca. 1.300 Belege, überwiegend aus Sachsen. Sammlungsschwerpunkte waren dabei der Bienitz, der Raum um Grimma und ein Gebiet des Erzgebirges. Die Sammlung wurde 1974 dem Naturkundemuseum Leipzig übereignet.

Sammlung Karl Siecke: Die Sammlung des Grimmaer Apothekermeister Karl Siecke wurde 1974 dem Naturkundemuseum Leipzig übereignet. Sie enthält vorwiegend Belege aus der ersten Hälfte des 20. Jh.

Umfang: ca. 1.420 Belege, Sammlung bisher nur als Konvolut inventarisiert

Sammlung Peter Klaus: Das Herbarium von Peter Klaus enthält 116 Belege der Flora von Mecklenburg aus dem Zeitraum zwischen 1880 und 1890. In der Form eine Apothekerherbariums fehlen einigen Belegen leider Fundort- oder Datumsangaben.

Sammlung bisher nur als Konvolut inventarisiert

Altes Herbar (Sammlung Fiedler): Aufsammlungen aus dem Zeitraum von 1843 bis 1960. Die Sammlung ist nach dem in Fachkreisen sehr bekannten Leipziger Oberstudienrat und Botaniker Otto Albert Fiedler benannt. Einen ganz besonders wertvoller Bestandteil sind die in der Sammlung enthaltenen Belege von Neophyten und Adventivpflanzen. Durch die Ausbringung von Staubabfällen aus der Leipziger Wollkämmerei und von Getreidemühlen in seinem Garten erlangte Fiedler Arten aus aller Welt, ohne selbst je dort gewesen zu sein.

Umfang: ca. 6.000 Belege, inventarisiert, davon 75% auf Datenträger

Sammlung Robert Rafael: lange galt die Sammlung von Robert Rafael als verschollen. Ein Teil seiner Sammlung mit ca. 475 Belegen krautiger Arten sowie ca. 200 Belege von Blättern von Bäumen aus dem Zeitraum zwischen 1930 und 1967 konnte 2010 im Museum in alten zerfallenden Zeitungsblättern aufgefunden werden. Die Blattsammlung stellt eine der umfangreichsten Belegsammlungen von Laubbaumarten und –formen in Leipzig und vereinzelt seiner Umgebung dar.

Umfang: ca. 675 Belege, noch nicht inventarisiert, aber restauriert und in die Hauptsammlung überführt

Neues Herbar (Sammlung Schellhammer): Der Name dieses Herbariums erinnert an den 1999 verstorbenen, ehemaligen Mitarbeiter im Naturkundemuseum Leipzig, Dr. Ludwig Schellhammer, der hauptsächlich in den Jahren 1980 bis zu seinem Tod 1999, teils gemeinsam mit dem Leipziger Botaniker Robert Rafael umfangreiches Material zur regionalen Flora zusammengetragen hat. Schwerpunkte seiner Aufsammlungen waren der Bienitz am westlichen Rand von Leipzig sowie der Landschaftsraum der Dübener- und Dahlener Heide. Dieser aufbereitete Teil der Sammlung wurde von Dr. Horst Schaarschmidt von 1997 bis 2008 gezielt ergänzt.
Außerdem enthält die Sammlung Schellhammer aus der Zeit 1943-1980 vor seiner Arbeit am Naturkundemuseum eine größere Anzahl von Belegen im A4 Format.

Umfang: ca. 12.000 Belege, davon ca. 7.000 (z.T. als Konvolute) inventarisiert, noch nicht digital erfasst; Format 26 x 40 cm²

Gehölzherbar (Sammlung Schaarschmidt): Angelegt 1983 -2008. Enthält Belege zu heimischen, eingebürgerten und kultivierten Bäumen und Sträuchern

Umfang: ca. 1.446 Belege, inventarisiert, und vollständig auf Datenträger (Excel) erfasst; in Hauptsammlung einsortiert; Format: 28,5 x 48 cm²

Hauptsammlung (incl. Sammlung Karl Heyde): Seit 2009 angelegt; eingearbeitete Sammlungsteile vorangehend beschrieben;
Neuzugänge 2009 ca. 495 Belege, 2010 ca. 900 Belege

mangels Datenbankzugang noch nicht inventarisiert; aber digital gescannt; Format 28 x 42 cm²

Bisher befinden sich die verschiedenen Herbariumssammlungen der Gefäß- und Samenpflanzen in separaten Konvoluten, die jeweils nach unterschiedlicher systematischer Reihenfolge der Pflanzenfamilien sortiert wurden. Die Sortierung beruhte auf der jeweils aktuellen Lehrmeinung der Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den einzelnen Pflanzenfamilien und –gattungen. Diese unterschiedliche Sortierung der Sammlungen macht ohne Datenbank das Auffinden der Belege einzelner Arten sehr aufwändig und zeitraubend. Aus diesem Grund wurde 2009 mit der Anlage einer neuen Hauptsammlung begonnen, in der die Pflanzenfamilien, -gattungen und –arten alphabetisch sortiert werden. In diese Hauptsammlung sollen allmählich alle bisherigen Sammlungen integriert werden.

2. Die Sammlungen der Kryptogamen (Moose, Pilze, Flechten und Algen)

3. sonstige botanische Sammlungen