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Down Under - Aus der Tierwelt Australiens

Australien
Der kleinste Kontinent ist 8.500.000 km² groß. Gemeinsam mit Neuguinea, Tasmanien, Neuseeland und einigen Inselgruppen gehört Australien zu einer tiergeographischen Region, der Australis. Durch den Zerfall Gondwanas im Erdmittelalter wurde die Region zunehmend isoliert. Vor etwa 45 Millionen Jahre trennte sich Australien als letztes von der Antarktis, über die bis dahin noch eine Verbindung nach Südamerika existierte.
Im letzten Eiszeitalter bestanden Landverbindungen mit Neuguinea und Tasmanien. Mit dem Anstieg des Meeresspiegels in den letzten 12 000 Jahren wurden diese Landbrücken überflutet. Wann die ersten Menschen Australien erreichten, ist umstritten. Seit mindestens 50 000 Jahren entwickelten die Aborigines mehrere eigenständige Kulturen und besiedelten den ganzen Kontinent.
Die ersten Europäer, holländische Seefahrer, erforschten die Küstenregionen im 17. Jahrhundert. James Cook gründete 1770 die erste Kolonie (New South Wales) im Südosten. Das Innere Australiens wurde erst im 19. Jahrhundert erforscht.


Klima und Vegetation
Der Norden Australiens gehört zu den Tropen mit einer ausgeprägten Regenzeit von November bis April. Der größte Teil des Festlandes ist subtropisch geprägt, nur im äußersten Süden und auf Tasmanien herrscht kühl-gemäßigtes Klima. Weite Teile Südaustraliens sind sehr niederschlagsarm, nur an den Küsten und den Gebirgen regnet es häufiger.
Die Vegetation ist sehr vielfältig. Inselartige Regenwälder gibt es vom tropischen Norden Queenslands entlang der Ostküste bis Tasmanien. Ansonsten sind die Küstenregionen je nach Niederschlagsmenge durch unterschiedliche Ausprägungen von Eukalyptuswäldern bedeckt. Ganz im Süden gibt es Südbuchenwälder. Das Landesinnere ist durch Wüsten, Halbwüsten, Grasländer und Savannen geprägt. Typische Gehölze sind neben der Gattung Eucalyptus (über 600 Arten) Akazien und Kasuarinen. Die Grasländer dominieren Süßgräser (Spinifex- und Mitchell-Gras). Insgesamt sind über 17.000 Samenpflanzenarten bekannt, von denen über 80% nur in Australien vorkommen, allerdings wurden auch etwa 2.500 Arten eingeschleppt, darunter beispielsweise 300 Gräser. Einige dieser Neuankömmlinge gefährden die australische Flora und Fauna, da sie die Vegetation grundlegend verändern.

Säugetiere

Es sind rund 250 Säugetierarten aus Australien bekannt. Knapp die Hälfte sind Nagetiere und Fledermäuse, also Höhere Säugetiere. Charakteristisch für Australien sind aber Beutel- und Kloakentiere. Kloakentiere leben nur in Australien und Neuguinea. Sie legen Eier, besitzen aber ein Fell. Beuteltiere bringen ihre Jungtiere in einem sehr frühen Stadium zur Welt und ziehen sie dann meist in einem Beutel auf. Neben der Australis leben Beuteltiere nur noch in Amerika, wobei nur eine Art in Nordamerika vorkommt. Bemerkenswert ist, dass australische Beuteltiere eine große Vielfalt von Bauplänen zeigen und so „ökologische Nischen“ besetzen, die sonst Höhere Säuger ausfüllen. Von den Europäern wurden rund 25 Arten ausgesetzt oder konnten aus der Gefangenschaft fliehen und sich anschließend vermehren. Pferde, Wasserbüffel, Dromedare, Kaninchen, Füchse und Katzen gehören dazu und (zer)stören erheblich natürliche Lebensgemeinschaften.


Rothalskänguru  (Macropus rufogriseus)
Dieses Känguru kommt mit 2 Unterarten zum einen an der Ost- und Südküste des australischen Festlands, zum anderen auf Tasmanien vor. Die tasmanische Unterart wird auch Bennett-känguru genannt. Lebensräume sind lichte Eukalyptuswälder und angrenzende Grasflächen. Die häufig gehaltenen Bennettkängurus wurden in Europa mehrfach ausgewildert oder konnten aus der Gefangenschaft fliehen und oft über Jahre in der Natur überleben.


Nördliches Nagelkänguru oder Flachnagelkänguru  (Onychogalea unguifera)  Australien, 1901
Offene Waldländer Nordaustraliens sind die Heimat des Flachnagelkängurus. Es ist dämmerungs- und nachtaktiv. Die Nahrung besteht aus Gräsern und Kräutern. Während diese Art verbreitet ist, gelten die beiden anderen Nagelkänguruarten als ausgestorben bzw. stark gefährdet. Ihren Namen haben die 3 Arten von einem nagelartigen Sporn am Schwanzende.


Südlicher Haarnasenwombat  (Lasiorhinus latifrons)  Zoo Hamburg, 1877
Wombats sind nachtaktive Beuteltiere, die ausgedehnte Gangsysteme graben, in denen sie den Tag verbringen. Die Nahrung besteht aus Gräsern, Kräutern, Wurzeln und Rinde. Es gibt insgesamt 3 Arten, die im Süden und Osten des Landes verbreitet sind. Der Südliche Haarnasenwombat lebt in relativ trockenen Gebieten der Bundesstaaten South Australia und New South Wales.
Wombats gehören zu den größten grabenden Säugetieren, ihr Gebiss weist Ähnlichkeiten mit dem der Nagetiere auf, obwohl die beiden Gruppen nicht näher verwandt sind.


Ameisenbeutler (Myrmecobius fasciatus) Australien, 1868
Der kleine „Raubbeutler“ ernährt sich überwiegend von Termiten. Museumsbelege, Knochenfunde, Reiseberichte und Erzählungen der Aborigines zeigen, dass der Ameisenbeutler oder auch Numbat beim Eintreffen der Europäer im Westen und Süden des Kontinents weit verbreitet war und unterschiedlichste Lebensräume besiedelte. Mit der Aus-breitung des Rotfuchses verschwand die Art nahezu im gesamten Verbreitungsgebiet. Um 1980 gab es nur noch 2 kleine Vorkommen ist Südwestaustralien. Durch die lokale Ausrottung des Rotfuchses, die Umzäunung großer Flächen und Wiederansiedlungsprogramme konnte der Prozess des vollständigen Aussterbens gebremst werden, möglicherweise leben nur noch 500 bis 600 Tiere der stark gefährdeten Art in freier Wildbahn.

Schwarzschwanz-Beutelmarder (Dasyurus geoffroii) Zoo Leipzig, 1938
Ursprünglich war diese Beutelmarderart von Südwestaustralien bis ins Landesinnere weit verbreitet. Heute kommt er nur noch im äußersten Südwesten vor. Zur Nahrung gehören kleine Säuger, Vögel, Reptilien und Insekten. Auf dem australischen Kontinent kommen noch 2 weitere Arten vor. Der gegenwärtig im Leipziger Zoo gezeigte Tüpfelbeutelmarder ist dort wahrscheinlich ausgestorben und kommt nur noch auf Tasmanien vor.



Zottiges Hasenkänguru
(Lagorchestes hirsutus)
Australien, vor 1868

Ursprünglich war dieses Känguru in trockenen Grasländern des Nordwestens weit verbreitet. Kleinflächige Brandrodungen der Aborigines, die ständig für ausreichende Nahrung und Deckung sorgten, waren dafür wohl die Voraussetzung. Doch die Aufgabe dieser Nutzungsform der Landschaft, die Konkurrenz der ausgewilderten Kaninchen und die Nachstellungen der Füchse führten letztendlich zum Aussterben auf dem Festland. Heute leben nur noch einige tausend Exemplare auf vorgelagerten Inseln.
Langschnauzen-Kaninchenkänguru
(Potorous tridactylus)
Australien, 1862

Dieses Rattenkänguru lebt im Südosten des Kontinents und auf Tasmanien. In dicht mit Pflanzen bestandenen Gebieten ist es dort als einziger Vertreter dieser Verwandtschaftsgruppe noch häufiger verbreitet. Es ist nachtaktiv und hat ein breites Nahrungsspektrum, zu dem Pflanzen, Pilze und Wirbellose gehören. Seine Nahrung sucht es häufig unterirdisch.






Eigentlicher Tüpfelkuskus
(Spilocuscus maculatus)
Neuguinea, 1900
Dieser Baumbewohner lebt im tropischen Nordqueensland, auf Neuguinea und einigen Inseln. Zur Fortbewegung auf den Bäumen nutzt er Füße mit gefurchten Sohlen und Greifzehen sowie den Schwanz, so dass sein bedächtiges und langsames Verhalten an Plumbloris (Halbaffen) erinnert. Zur Nahrung gehören Pflanzen, kleine Wirbeltiere und Insekten. Die Art ist nachtaktiv.


Fuchskusu (Trichosurus vulpecula) Australien, 1877,
Der Fuchskusu ist, mit Ausnahme baumloser Gebiete, in Australien weit verbreitet und kommt auch in der Nähe des Menschen bis in Städte vor. Zum breiten Nahrungsspektrum gehören beispielsweise Blätter, Früchte und Wirbellose. Da die Felle als „Australisches Opossum“ genutzt wurden, setzten europäische Siedler im 19. Jahrhundert Fuchskusus in Neuseeland aus. Dort gelten sie heute, vergleichbar dem Waschbär in Europa, als große Gefahr für die neuseeländische Tier- und Pflanzenwelt.










Gelbfußbeutelmaus
(Antechinus flavipes)
Australien, 1868

Dieses Beuteltier besiedelt mit 3 von einander deutlich isolierten Unterarten die Ost- und Südküste des Kontinents in sehr unterschiedlichen Lebensräumen (Wälder, Feucht-gebiete, trockenes Offenland). Hauptnahrung sind Insekten, aber auch Blüten und kleine Säugetiere werden genutzt. Eine biologische Besonderheit ist, dass die Männchen nach der Paarung sterben.
Spinifex-Hüpfmaus
(Notomys alexis)

Diese Altweltmaus gehört zu den vor der Ankunft des Menschen in Australien lebenden Nagetieren. Sie besiedelt Sand- und Grasländer West- und Zentralaustraliens. Die nachtaktive Art ernährt sich von Samen, Beeren und Blättern. Zu den australischen Hüpfmäusen gehören weitere 4 heute noch existierende und mehrere ausgestorbene Arten.



Beutelteufel (Sarcophilus harrisii) Tasmanien, 1871
Der größte noch lebende „Raubbeutler“ kommt nur auf Tasmanien vor, die Tiere des Festlandes sind etwa im 14. Jahrhundert ausgestorben. Sein Äußeres, das laute Kreischen und der unangenehme Geruch bei Erregung führten zu seinem Namen. Er ernährt sich von kleineren Tieren und Aas. Durch eine ansteckende Krebserkrankung sind die Bestände stark zurückgegangen. Außerdem gefährdet die Ausbreitung des Rotfuchses auf Tasmanien die Art. Aufwendige Untersuchungen für eine Impfung und gezielte Zuchtprogramme sollen den Rückgang stoppen.

Großer Streifenbeutler
(Dactylopsila trivirgata)
Neuguinea, 1904

Das Gesamtverbreitungsgebiet dieses Gleitbeutlers umfasst Neuguinea und den tropischen Norden Australiens. Allerdings haben Streifenbeutler keine Flugmembranen. Sie ernähren sich von Insekten, Früchten und Nektar. Streifenbeutler sind nachtaktiv und verbringen den Tag in Blätternestern auf Bäumen. Zur Verteidigung setzen sie ein übelriechendes Sekret ein.


Kurzschnabeligel (Tachyglossus aculeatus ssp. setosus) Tasmanien, 1855
Dieses eierlegende Säugetier kommt von Neuguinea über Australien bis Tasmanien vor. Es besiedelt unterschiedlichste Lebensräume von Wüsten bis hin zu Wäldern und Parkanlagen. Bevorzugte Nahrung sind Ameisen und Termiten. Bevor die Weibchen ein Ei legen, bilden sie einen Beutel am Bauch aus, in dem das Ei zehn Tage bebrütet wird. Das embryoähnliche Jungtier verbleibt im Beutel und leckt an den Milchdrüsen. Nach ca. 8 Wochen verlässt es den Beutel, bleibt aber noch bis zu einem halben Jahr im Bau der Mutter.


Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus) Tasmanien, 1902
Das ungewöhnlichste Tier Australiens lebt in sauberen, stehenden oder fließenden Gewässern im Osten und Südosten. Es ernährt sich von Krebstieren, Insektenlarven und Würmern.
Die Weibchen graben bis zu 20 m lange Röhren, in die sie meist 3 Eier ablegen. Nach rund 2 Wochen schlüpfen die etwa 25 mm großen Jungtiere und werden mit Milch aus Drüsen im Brustbereich ernährt. Da das Weibchen keine Zitzen hat, lecken die Jungen die Milch aus dem Fell der Mutter. Nach etwa 5 Monaten verlassen die Jungtiere den Bau, werden aber von der Mutter weiter genährt.
Ende des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Nachrichten über Schnabeltiere nach Europa. Nur langsam setzte sich die Akzeptanz durch, dass es eierlegende Säugetiere gibt, zumal es nicht gelang die Tiere in Gefangenschaft zu züchten. Erst seit 1998 gibt es regelmäßige Zuchten, etwa in Victoria und Sydney. Durch Bejagung und Gewässerverschmutzung erloschen einige Vorkommen. Heute ist das Schnabeltier geschützt, darf nur mit Sondergenehmigung gehalten und nicht aus Australien ausgeführt werden.



Koala
(Phascolarctos cinereus)
südliches Australien

Koalas gehören zu den bekanntesten Beuteltieren Australiens. Sie sind überwiegend nachtaktiv und ernähren sich nur von wenigen Eukalyptusarten. Bejagung und Pelzhandel führten zu einem starken Rückgang der Art, die ursprünglich im Osten und Südosten des Kontinents vorkam und weit verbreitet war. Die hohen Ansprüche an die Nahrung, komplexe innerartliche Verhaltensweisen und die Isolation der Vorkommen gefährden auch langfristig den Bestand und erschweren Schutz-maßnahmen.
Großer Gleithörnchenbeutler
(Petaurus australis)
Neusüdwales, 1882

Die Heimat dieses Gleitbeutlers sind die Eukalyptus-Hartlaubwälder Ost- und Südostaustraliens. Bevorzugt werden offene Küstenwälder und Vorgebirgswälder mit alten und hohen Bäumen. Den Tag verbringen Gleithörnchenbeutler in Baumhöhlen, nachts suchen sie Insekten oder ernähren sich von Pollen, Baumsäften, Nektar und Honigtau. Mit Hilfe der Flugmembranen werden Gleitweiten bis zu 150m erreicht.





Vögel

In Australien und auf den benachbarten Inseln wurden bisher über 850 Vogelarten beobachtet, darunter 565 Brut- und etwa 200 Seevögel. Mehr als 20 haben ein natürliches Verbreitungsgebiet, das von Europa bis Australien reicht, beispielsweise Schleiereule und Haubentaucher. Charakteristische Vertreter u.a. sind Kakadus, Sittiche, Großfußhühner und Leierschwänze, es fehlen aber u.a. Geier, Spechte und Flamingos.
Die Isolation des australischen Kontinents wirkte sich bei dieser Tiergruppe auf Grund der Flugfähigkeit nicht so stark aus, trotzdem gelten etwa 350 Arten für die Australis als endemisch.


Emu
(Dromaius novaehollandiae)
Zoo Amsterdam, 1856

Der Emu ist die größte Vogelart Australiens. Die Verbreitung in den offenen Landschaften des Kontinents wird vom Zugang zu Süßwasser bestimmt. So profitieren diese Laufvögel auch von der Schafzucht und den deshalb von den Farmern angelegten Wasserstellen. Sie fehlen nur in Regionen mit dichten Wäldern und stark urbanisierten Gebieten. Die Nahrung besteht aus Pflanzen und Insekten.

Helmkasuar
(Casuarius casuarius)
Neuguinea, 1858

Diese Straußenvögel leben auf Neuguinea, in Nordaustralien und auf einigen Inseln dieser Region. Sie ernähren sich sowohl von Pflanzen und Pilzen als auch von kleineren Wirbeltieren und Wirbellosen. Lebensräume sind unterholzreiche Regen- und Savannenwälder. Kasuare sind sehr wehrhafte Tiere, die ihr Revier mit schmerzhaften Tritten auch gegenüber Menschen verteidigen und dabei ernsthafte Verletzungen verursachen können.



Trauerschwan (Cygnus atratus) Zoo Hamburg, vor 1900
Ursprünglich lebte diese Art nur in Australien und Tasmanien. Als Gefangenschaftsflüchtlinge gibt es aber auch in Europa immer wieder Brutpaare und Einzeltiere. Brutplätze sind große Binnenseen mit flachen Uferregionen, Küstengewässer und Überschwemmungsgebiete. Trauerschwäne ernähren sich vor allem von Wasserpflanzen.

Ara-Kakadu (Probosciger aterrimus) Australien, 1908
Der Ara- oder Palm-Kakadu lebt in Neuguinea, Nordost-Australien und auf einigen benachbarten Inseln. Er ist die größte Papageienart Australiens. Neben Wäldern werden auch baumbestandene Savannen besiedelt, wenn geeignete Bäume für die über einen Meter tiefen und bis zu 60 cm im Durchmesser großen Bruthöhlen vorhanden sind. Haupt-nahrung sind Früchte, Nüsse und Samen.


Zebrafink  (Taeniopygia guttata)
Dieser Prachtfink lebt nahezu überall in Australien. Außerdem kommt er auf den benachbarten Kleinen Sundainseln vor. Er ernährt sich von Pflanzensamen und besiedelt verschiedenste trockene Regionen, hält sich aber meist in der Nähe von Wasserstellen auf. Die australische Unterart ist die Stammform der seit dem 19. Jahrhundert in Europa gehaltenen Zuchtformen.

Seidenlaubenvogel (Ptilonorhynchus violaceus) Australien, 1863 und 1888
Laubenvögel leben in Neuguinea, Australien und auf den benachbarten Inseln. Die Heimat des Seidenlaubenvogels ist Ostaustralien. Er lebt in Regen- und Eukalyptuswäldern sowie Parkanlagen. Typisch für diesen Singvogelverwandten ist der Bau von Balzplätzen mit „Lauben“ aus Zweigen, die mit farbigen Gegenständen geschmückt werden. Dazu kann in der Nähe des Menschen auch Zivilisationsmüll, etwa Trinkröhrchen, verwendet werden. Zur Nahrung gehören Beeren, Früchte, Blütennektar und Insekten.

Staffelschwanz  (Malurus lamberti)  Queensland, 1898
Die Staffelschwänze gehören zur Singvogelfamilie „Australische Sänger“, die nur in der Australis vorkommt. Der Körperbau ähnelt dem des heimischen Zaunkönigs. Die Arten sind nicht näher verwandt, haben aber eine vergleichbare Lebensweise. Hauptnahrung sind Insekten.

Erdsittich (Pezoporus wallicus)  Tasmanien, 1864
Die isolierten Vorkommen des Erdsittichs liegen entlang der Ost- und Südküste Australiens sowie in Tasmanien. Er lebt in Küstenregionen, angrenzenden Heidegebieten und Moor-landschaften. Hauptnahrung des dämmerungs- und nacht-aktiven Vogels sind Sämereien, die er am Boden sucht. Auf Grund ihres lokalen Vorkommens ist die Art streng geschützt.

Neuhollandhabicht
(Accipiter novaehollandiae)

Der Neuhollandhabicht besiedelt Wälder sowie Wald- und Flussränder von Nord- und Ostaustralien bis Tasmanien. Neben Vögeln gehören auch andere kleine Wirbeltiere und große Insekten zum Nahrungsspektrum. Es gibt weiß und grau gefärbte Tiere.










Zwergpinguin
(Eudyptula minor)
Swan River (Westaustralien), 01.05.1840

Der kleinste Pinguin ist die einzige Art dieser Verwandt-schaftsgruppe, die auf dem australischen Festland an der Südküste brütet. Hauptnahrung sind kleine Fische, Tintenfische und Krebstiere. Zwergpinguine brüten in Kolonien unter Baumwurzel, in Felsspalten oder Erdlöchern und sind weit verbreitet.



Fratzenkuckuck  (Scythrops novaehollandiae) Sumatra, 1890
Die Brutgebiete dieses Brutschmarotzer liegen im nördlichen und östlichen Australien, auf Neuguinea und vielen Inseln des südostasiatischen Raumes. Er bevorzugt tropische und subtropische Wälder. In den Baumkronen sucht er bevorzugt Früchte und Insekten. Die Eier werden beispielsweise in Nester von Krähen und Flötenvögeln gelegt. Die Tiere der südlichen Vorkommen wandern im Südwinter bis Indonesien.


Wellensittich (Melopsittacus undulatus)
Die ursprüngliche Heimat dieses Ziervogels ist Australien. Dort leben die kleinen Papageien in offenen Trockengebieten oft in großen Schwärmen und ernähren sich von den Samen bodendeckender Pflanzen. Vorkommen und Bruterfolg sind vom Vorhandensein von Süßwasser abhängig. In Europa werden Wellensittiche seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehalten und gehören zu den beliebtesten Heimtieren.



Hühnergans
(Cereopsis novaehollandiae)
Zoo Hamburg, 1883

Erst nach der Unterschutzstellung in den 1960er Jahren konnten sich die Bestände dieses Entenvogels wieder erholen. Hauptbrutgebiete sind die australische Südküste, Tasmanien und die dazwischen liegenden Inseln der Bass-Straße. Lebensräume sind Grasländer in der Nähe von Brack- und Salzwasser, wobei eine dichtere Vegetation für den Bruterfolg notwendig ist. Hühnergänse leben von Pflanzen und Samen, sie sind in der Lage Salz- und Brackwasser zu trinken.
Spaltfußgans
(Anseranas semipalmata)
Zoo Leipzig

Das heutige Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das nordöstliche Australien und Neuguinea. Hauptnahrung ist Wildreis, aber auch andere Wasserpflanzen werden genutzt. Die Entwässerung vieler Feuchtgebiete sowie die Ausbreitung gebietsfremder Tiere (Wasserbüffel) und Pflanzen (Mimosen) sind die Hauptursachen für den Bestandsrückgang. Deshalb gibt es heute Schutz- und Wiederansiedlungsprogramme im östlichen Australien, wo die Art früher vorkam.



Leierschwanz
(Menura novaehollandiae)
Australien, 1912

Die gemäßigten und subtropischen Regenwäldern Ostaustraliens sind die Heimat der Leierschwänze. Bemerkenswert ist der komplexe Gesang, in dem unterschiedlichste Geräusche, etwa das Klicken von Fotoapparaten oder die Signaltöne von Lokomotiven, einbezogen werden. Seine Nahrung, Schnecken, Insekten und andere Wirbellose, sucht er am Boden. Vor allem die Zerstörung von Lebensräumen ist die Ursache für die Gefährdung dieser Art.


Buschhuhn (Alectura lathami) Australien, vor 1868
Dieser truthahnähnliche Vogel gehört zur Verwandt-schaftsgruppe der Großfußhühner. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Queensland entlang der Ostküste bis Sydney. Typisch für diese Verwandtschaftsgruppe ist die Anlage großer Nisthügel, in denen die Eier durch Vergärungswärme (ähnlich wie in einem Komposthaufen) ausgebrütet werden, wobei die Männchen die Temperatur über das Hinzufügen oder Entfernen von Pflanzenmaterial regulieren. Zum Nahrungsspektrum gehören Samen, andere Pflanzenteile und Wirbellose.

Reinwardt-Großfußhuhn (Megapodius reinwardt) Celebes (=Sulawesi), vor 1868
Die Gesamtverbreitung erstreckt sich vom westlichen Indonesien über Neuguinea bis nach Nordostaustralien. Das Reinwardt-Großfußhuhn besiedelt sehr unterschiedliche, stets aber bewaldete und verbuschte Lebensräume. Die Nahrung besteht aus Pflanzen, Wirbellosen und kleinen Wirbeltieren.

Kookaburra
(Dacelo novaeguineae)
Zoo Hamburg, 1874

Kookaburra nennen die Australier den Jägerliest (auch auf Grund seiner markanten Rufe als „Lachender Hans“ bekannt). Die größte Eisvogelart ist ursprünglich in Ost- und Südostaustralien zu Hause. Ihre Hauptnahrung sind kleinere Wirbeltiere und größere Insekten. Da sie auch Mäuse, Ratten und Schlangen fressen, wurde die Art in anderen Teilen Australiens sowie auf Tasmanien und Neuguinea angesiedelt. Jägerlieste sind für die Aborigines mythologische Tiere, die beispielsweise den Sonnenaufgang verkünden. Daher kommt auch die umgangssprachliche Bezeichnung „Buschmann-Uhr“.

Eulenschwalm
(Podargus strigoides)
Australien, August 1863

Diese nachtaktiven Vögel sind überall in Australien und auf Tasmanien zu Hause. Den Tag verbringen sie gut getarnt in Bäumen. Sie ernähren sich von Insekten, anderen Wirbellosen, kleinen Reptilien und Säugetieren sowie Früchten.

Samtgoldvogel
(Sericulus chrysocephalus)
Australien, vor 1868

Dieser Laubenvogel lebt an der australischen Ostküste von Queensland bis New South Wales. Er bevorzugt unterschiedlich temperierte Regenwälder und bevorzugt Früchte und Insekten. Der Balzplatz ähnelt einer Allee und wird aus Zweigen gebaut, die der Vogel mit dem Saft von Früchten und Blättern „bemalt“.

Flötenvogel
(Gymnorhina tibicen)
Australien, vor 1868
Seinen Namen verdankt dieser in Australien und Tasmanien häufige Singvogel dem melodischen Ruf. Nist- und Rastplätze sind hohe Bäume, die Nahrung (Insekten, Pflanzen u.a.) sucht er am Boden. Flötenvögel kommen oft in der Nähe des Menschen vor und sind dafür bekannt, während der Brutzeit ihr Revier auch gegen Menschen aggressiv zu verteidigen.


Karettschildkröte  (Eretmochelys imbricata)
Die Populationen des Indopazifik werden als eigene Unterart dieser Meeresschildkröte betrachtet. Karettschildkröten leben oft in Korallenriffen und ernähren sich vor allem von Schwämmen. Die Eiablage erfolgt an Sandstränden, beispielsweise auch an der Nordostküste Australiens. Sie gehören zu den international streng geschützten Arten, da sie sehr stark bejagt wurden.


Dornteufel oder Moloch  (Moloch horridus)
Diese Agame besiedelt die Trockengebiete Zentral- und Westaustraliens. Die Nahrung besteht ausschließlich aus Ameisen, die mit der Zunge aufgeleckt werden. Das Schuppenkleid ermöglicht die Aufnahme von Wasser aus Tau, Nebel oder dem sehr seltenen Regen. Dornteufel sind tagaktiv und verstecken sich entweder in selbst gegrabenen Höhlen oder Spinifex-Grasbüscheln.


Stutzechse  (Tiliqua rugosa)
Dieses häufige Reptil lebt im Buschland des Südens und Westens Australiens und gehört zu den Skinken. Zur Nahrung gehören Pflanzen und Wirbellose. Stutzechsen sind lebendgebärend und bekommen meist nur ein oder zwei Jungtiere.


Meeresschnecken vor Australien
Die Nord- und Ostküste Australiens dominieren Schnecken des warmen, tropischen Indopazifiks und der Korallenriffe. Oft reicht ihr Verbreitungsgebiet von Ostafrika bis in die tropische Inselwelt des Stillen Ozeans. Die eigenständige Fauna der Süd- und Westküste ist durch eine kühlere Meeresströmung geprägt.

Stachelschnecken (Muricidae) leben räuberisch. In diese Verwandt-schaftsgruppe gehören die Purpurschnecken.
Langschnabelschnecken, Teufelskrallen und Fechterschnecken gehören zu den Flügelschnecken (Strombidae). Diese Bewohner von Schlamm- und Sand-böden ernähren sich beispielsweise von Algen.
Die Tritonshörner (Ranellidae) leben weltweit in tropischen Meeren von Seesternen, Mollusken und Krebstieren.
Walzenschnecken (Volutidae) kommen mit über 250 Arten in allen Meeren vor. Wichtigste Beutetiere sind andere Meeresschnecken.
Flache tropische und subtropische Meere sind die Heimat der räuberischen Helmschnecken (Cassidae).
Die Trapez-Bandschnecke und die Spindelschnecke gehören zu den Tulpenschnecken (Fasciolariidae), die weltweit verbreitet sind und von anderen marinen Wirbellosen leben.
Fast alle der 500 Kegelschneckenarten (Conidae) leben in tropischen Meeren. Der Giftcocktail, mit dem sie ihre Beutetiere (Fische und Wirbellose) lähmen und töten, ist sehr wirksam, so dass es immer wieder zu Todesfällen durch Landkarten- und Weberkegel, vor allem bei Tauchern, kommt.
Kauri- und Porzellanschnecken (Cypraeidae) sind meist Flachwasserbewohner tropischer und subtropischer Meere. Sie weiden überwiegend festsitzende Meerestiere oder Algen ab. Als Währung (Muschelgeld) oder Frucht-barkeitssymbole haben sie in vielen Kulturen eine große Bedeutung.

1.Reihe
Walzenschnecke  (Cymbiola magnifica)  Ost- und Südostaustralien
Tritonshorn  (Charonia tritonis)  Indopazifik; südlich bis Queensland und Neuseeland
Walzenschnecke  (Melo umbilicatus)  Torresstraße und Queensland
2.Reihe
Trapez-Bandschnecke  (Pleuroploca trapezium)  Indopazifik; bis Queensland
Kleine Teufelskralle  (Lambis lambis)  Indopazifik; bis Queensland
Rote Helmschnecke  (Cypraecassis rufa)  Indopazifik; bis Queensland
Helmschnecke  (Phalium bandatum)  Japan bis Nordaustralien
Spindelschnecke  (Fusinus australis)  West und Südaustralien
3.Reihe
Argusaugenkauri   (Cypraea argus)  Indopazifik; bis Queensland
Walzenschnecke  (Amoria undulata)  Südaustralien und Tasmanien
Langschnabelschnecke  (Tibia fusus)  Indopazifik bis Queensland
Fechterschnecke  (Strombus (Doxocander) vittatus campbellii)  Nordwestaustralien bis Queensland
Landkartenkegel  (Conus geographus)  Indopazifik; bis Queensland
Weberkegel  (Conus textile)  Indopazifik; vor Australien bis Queensland
Generalskegel  (Conus generalis)  Indopazifik; bis Queensland
4.Reihe
Porzellanschnecke  (Cypraea talpa)  Indopazifik; von Westaustralien bis Queensland
Porzellanschnecke  (Cypraea marginata)  West- und Südaustralien
Tigerschnecke  (Cypraea tigris)  Indopazifik; von Westaustralien bis New South Wales
Stachelschnecke  (Chicoreus (Chicoreus) cornucervi)  Nordwestaustralien bis Neuguinea
Stachelschnecke  (Chicoreus brunneus)  Indopazifik; bis Nordaustralien und Queensland


Australische Tagfalter
Über 400 Tagfalterarten sind aus Australien bisher bekannt, von denen etwa die Hälfte nur auf dem Festland und Tasmanien vorkommt. Die Zahl der Nachtfalter und Kleinschmetterlinge wird auf 10.000 bis 20.000 Arten geschätzt. Nordaustralien, vor allem Queensland, hat viele Arten mit Neuguinea oder Südostasien gemeinsam. Der Süden und das Landesinnere sind artenärmer.
Mehr als die Hälfte der Tagfaltervertreter sind Bläulinge und Dickkopffalter. Artenreich sind außerdem die Edelfalter (Nymphalidae) mit über 80 Arten.  Eine typische Unterfamilie der Tropen und Subtropen sind die Danainae, zu der neben den Monarchfaltern (Danaus) auch die für Südostasien typischen Gattungen Euploea und Tirumala gehören. Falter und Raupen sind häufig giftig oder ungenießbar, so dass andere Arten ihre Zeichnung nachahmen. Ein Beispiel sind die Hypolimnas-Arten aus der Verwandtschaft unseres Tagpfauenauges. Doleschalia gehört in die gleiche Verwandtschaftsgruppe, während Vindula ein Vertreter der Passionsblumenfalter ist.
Zu den Ritterfaltern (Papilionidae) gehören neben Schwalbenschwänzen auch Segelfalter und Vertreter der Vogelflügler bzw. Aristolochia-Falter.
Typische Weißlinge (Pieridae) der Australis sind die Arten der Gattung Delias, die ihren Verbreitungsschwerpunkt auf Neuguinea haben. In Südostasien leben weitere Vertreter der Gattung Cepora, während Belenois-Arten auch in Afrika vorkommen. Die Gattungen Appias und Catopsilia  sind typische Wanderfalter.