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Welt der Mineralien - Nun haben die Leipziger Mineraliensammler ihre Schatztruhen doch geöffnet ... 
Die Leipziger Fachgruppe Geologie und Paläontologie am Naturkundemuseum Leipzig zeigt diesmal Schätze aus ihren privaten Vitrinen. Dabei werden verschiedene Sammlungsrichtungen präsentiert. Der Besucher wird erstaunt sein, welche Varianten es gibt, ob traumhafte Mineralien oder Edelsteine aus dem Erzgebirge, aus der Umgebung von Leipzig oder Achaten weltweit.
Der historische Aspekt kommt dabei nicht zu kurz. Mineralien mit alten Sammlungsschildern, beispielsweise aus fürstlichen Beständen, sind zu bestaunen. Besonders attraktiv sind facettierte Edelsteine aus Sachsen.
Das Sammeln von Micromounts und ihre Präparierung wird vorgestellt. Überraschend sind auch Detailfotos aus dem Innenleben von Achaten sowie die Mineralienfotografie.
Die Aussteller haben teilweise ihre Schätze in über 50 Jahren Hobbytätigkeit zusammengetragen und stellen sie erstmalig aus. Die Fachgruppe ist eine der ältesten in Deutschland. Sie veranstaltet jährlich im März in Leipzig eine bedeutende Mineralienbörse. Seit 2010 gibt es eine Jugendgruppe, die bis heute über 30 Mitglieder hat. Die Exponate dieser Ausstellung stammen aus den Sammlungen folgender Mitglieder der Leipziger Fachgruppe Geologie & Paläontologie: R. Baudenbacher, F. Bauer, G. Bertram, H.-U. Beyer, K. Czihal, A. Gabert, A. Gloger, J. Gloger, J. Häusler, M. Haubenreißer, U. Haubenreißer, D. Janitzschke, J. Jonas, A. Kirchhof, G. Schiecke.




Achate und Amethyste aus Nordwest-Sachsen
Das Sammeln von Achaten in Nordwest-Sachsen hat eine lange Tradition in der Fachgruppe Geologie & Paläontologie.
In vielen Kiesgruben der Leipziger Umgebung, wie auch der Mulde, konnte man in der vergangenen Zeit spannende Funde machen.
Durch die Abtragung des Erzgebirges und dessen Vorlandes im Frühpleistozän gelangten auch Achate und Amethyste als härteres Quarz-Schuttmaterial in das damalige Fluss-System. Sie wurden im Tiefland in die Kiesschichten eingelagert, die heute für Bauzwecke vielerorts abgebaut werden.










Weltweites Vorkommen von Achaten
Oftmals ist man im Urlaub nur ein kleines Stück von diesen schönen Achatbildungen entfernt, ob in Europa, Australien, Afrika, Amerika oder Asien. Es gibt sie überall und in unterschiedlichsten Facetten. Aber! In manchen Ländern ist das Sammeln von Achaten strengstens verboten. Die Missachtung dieser Vorschrift kann bis zu einer Haftstrafe führen. Zum Glück gibt es Mineralienbörsen, vielfältige Möglichkeiten des Tauschens sowie der Ersteigerung von Schönen Stücken im Internet.














Blick in das "Innenleben" von Achaten
Betrachtet man Achate mit einem Vergrößerungsglas oder - besser - mit dem Stereomikroskop, so entdeckt man Strukturen, die man sonst kaum zu erkennen vermag. Bei den Fotos handelt es sich um Makroaufnahmen mit Achatausschnitten in einer Größe von 2 bis 3 mm, im Extremfall 5 mm. Oft "schweben" die zu Strukturen geordneten kleinsten Partikel der farbgebenden Komponenten im klaren Chalcedon und vermitteln so den räumlichen Aufbau. Diese Strukturen innerhalb eines Achats mit ihrer Formen- und Farbenvielfalt und ihres räumlichen Aufbaus sind es, die Dr. Anton Gabert beschäftigen.






Sammeln historischer Mineralienetiketten
Das Sammeln von historischen Mineralienetiketten mit dem originalen Fundstück erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Hier steht nicht die Pracht des Minerals im Vordergrund, sondern sein Besitzer und dessen Biografie.
Begehrt sind Etiketten von berühmten Persönlichkeiten oder aus königlichen und herzöglichen Sammlungen. Wussten Sie schon, dass es eine Vielzahl von Mineraliengeschäften um 1900 in Sachsen gab?






Mineralien des Erzgebirges
Der Bergbau im Erzgebirge spielte seit der Besiedlung im Mittelalter immer eine tragende Rolle. Dadurch wurden im Laufe der Zeit unglaublich viele und seltene Mineralien gefunden, welche weltweit unter den Sammlern sehr begehrt sind. Hier sehen Sie Proben von berühmten Fundorten im Erzgebirge und Bergbaugegenständen vom Mittelalter bis zur Zeit der SDAG Wismut in der DDR.






Amethyste aus Sachsen
Amethyste aus dem Erzgebirge weckten schon immer die Begehrlichkeiten von Fürsten in früherer Zeit und Sammlern heute!
Die hier ausgestellten Amethyste von der Fundstelle Mildenau im Erzgebirge stammen aus einer Grabung mit schwerem Gerät zu Beginn des Jahres 2011. Natürlich ist es vor einer solchen Grabung notwendig, von den Grundstücksbesitzern die Erlaubnis einzuholen, bevor solch schöne Stücke geborgen werden können. Bis sie aber ihr jetziges Aussehen erhalten, müssen sie gereinigt, zersägt, geschliffen und poliert werden.












Schmuckstücke aus Sprudelstein
Zu den besonders regionaltypischen Andenken an die Kurstadt Karlsbad/Karlovy Vary gehören mit Sprudelstein-Mosaiken verzierte Gegenstände. Den Rohstoff für ihr Handwerk fanden die Steinschneider in den verschiedenen Sprudelstein-Varietäten, die vor Tausenden von Jahren aus heißem, stark mineralisierten Quellen im Tal des Tepla-Flusses abgesetzt wurden. Bei diesen Absätzen handelt es sich um Aragonit (CaCO³).  Die aufwändige Herstellung der Steinmosaike lässt sich in der Zeit von ca. 1825 bis in die 1940er Jahre nachweisen.












Facettierte Steine
Sächsische Edelsteine sind seit Jahrhunderten bekannt und zur Herstellung von Schmuck (Facettieren) sehr geschätzt. Der Edelstein Topas vom Schneckenstein ziert unter anderem die Krone der englischen Königin. Aber diese Fundstellen gerieten immer mehr in Vergessenheit. Typische Beispiele sind die genannten Topase vom Schneckenstein und der Amethyst von Wiesenbad/Erzgebirge. Heute findet man noch schleifwürdige Minerale in Steinbrüchen, auf Bergwerkshalden oder als sogenannte Lesesteine auf Feldern. Die Abbaureviere stehen meist unter Landschaftsschutz.








Wie beginnt das Mineraliensammeln überhaupt?
Als Kind fand ich mal in Borna eine Kiste mit weggeworfenen Mineralien - mein Interesse war geweckt. Während der Armeezeit in Schneeberg entdeckte ich auf alten Bergwerkshalden manch schönes Stück. Jetzt im Rentenalter machen wir viele Ausflüge in die Umgebung. 2005 reisten wir nach Trebsen. Dort fand gerade eine Ausstellung der Fachgruppe Geologie & Paläontologie vom Naturkundemuseum Leipzig statt und so bekam ich Kontakt zu dieser Gruppe. Inzwischen nahm ich an einigen Exkursionen teil und besuchte zweimal das Mineralien-Eldorado Namibia.






Jugendgruppe Mineralogie
Nach vielen Versuchen war es gelungen - im August 2010 - eine Jugendgruppe für Mineralogie am Naturkundemuseum Leipzig zu gründen. In seiner Zivildienstzeit im Naturkundemuseum ist es Jakob Gloger gelungen, diese Gruppe aufzubauen. Bis heute betreut er mittlerweile über 30 Mitglieder. Neben ständigen monatlichen Treffen mit spannenden Themen gab es auch schon eine Reihe interessanter Exkursionen, so z.B. nach Euba, Bad Kösen und als besonderer Höhepunkt eine Höhlenbefahrung in Rübeland.




Micromounts - Faszination der Kleinmineralien
In den letzten Jahren wenden sich immer mehr Sammler den Micromounts zu. Durch die stetig abnehmende Zahl von Fundstellen für Normalstufen ist diese Art von Sammeln eine gute Alternative. Unsere kleine Ausstellung soll deshalb zeigen, wie schön der vermeintliche  "Abfall" der Normalstufensammler sein kann.
















Fluoreszierende Mineralien
Fluoreszenz ist das Selbstleuchten von Körpern, welches durch Lichtstrahlen hervorgerufen wird. Dabei ist das emittierte Licht im Regelfall energieärmer, als das vorher absorbierte. Der Name Fluoreszenz ist vom Mineral Fluorit (CaF²) abgeleitet. Dessen Photolumineszenz wurde erstmals 1852 von George Gabriel Stokes beschrieben. Die Leuchterscheinungen haben oft Verunreinigungen im Kristall durch Fremdatome sowie Fehlstellen im Gitter als Ursache. Bei Untersuchungen mit fluoreszierenden Uranmineralien entdeckte Antoine Henri Becquerel im Jahr 1896 die natürliche Radioaktivität.




Martin Haubenreißer
Ich wurde 1938 geboren und lebe mit meiner Familie seit 1957 in Leipzig. Als gelernter Chemigraph habe ich die Malerei ein wenig in den Fingern und so interessieren mich auch historische Illustrationen in der naturwissenschaftlichen Literatur.
Ich zeichne mit Aquarellfarben Mineralstufen aus der eigenen Sammlung. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Darstellung der alten Etiketten dazu, um damit gleichzeitig die Geschichte zu unterstreichen. 














Wunderkammer Natur - Bildtafeln aus einem Buch zur Ästhetik des Sammelns
Die Bilderserie entstand im vergangenen Jahr und folgt in ihrer Gestaltung den Zeichnungen und Kupferstichen der Tafelwerke der früheren Naturalienkabinette. Hans-Ulrich Beyer