"Wir
feiern 100 Jahre Dauerausstellung im
Naturkundemuseum Leipzig"

Da die Stadtverwaltung für das 100jährige
Jubiläum der
Eröffnung der Dauerausstellung im Naturkundemuseum im
Gegensatz zu
anderen Museen weder einen Festakt geplant, noch die dafür
notwendigen Mittel bereit gestellt hatte, hat der
Förderverein kurzfristig die Organisation für einen
improvisierten Festakt übernommen. Der Vorsitzende des
Fördervereins Dr. Michael Hardt begrüßt die
Freunde des Naturkundemuseums ganz herzlich zum kleinen Festakt.

Besonders begrüßt er die Leiterin des Kulturamtes,
Frau
Susanne Kucharski-Huniat, Professor Dr. Christian Wirth vom Institut
für Biologie der Universität Leipzig, die
Stadträte Frau
Dr. Skadi Jennicke, Frau Carola Lange und Herrn Siegfried Schlegel
(Die Linke) sowie Claus Müller (SPD), Herrn Dr. Leonhard Kasek
vom wissenschaftlichen Beirat des Museums und Herrn Michael Reinhardt
vom
Arbeitskreis Naturkundemuseum. Die Stadträte Annette
Körner
(Grüne) und Dr. Sabine Heymann (CDU) waren leider verhindert,
haben aber ihre Verbundenheit mit dem Naturkundemuseum sowie
ihre
Grüße schriftlich übermittelt. Auch die mit
der Bitte
um ein Grußwort eingeladenen Oberbürgermeister
Burkhard
Jung, Kulturbürgermeister Michael Faber und
Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal ließen sich
wegen der
Kurzfristigkeit der Einladung durch ihre Büroleiter
entschuldigen.
Der Oberbürgermeister wünschte der Veranstaltung per e-mail
zudem einen
erfolgreichen Verlauf und eine breite Resonanz in der
Öffentlichkeit. Es ist dennoch sehr bedauerlich und
beschämend, dass in
einer
Stadt wie Leipzig bei einem Termin, der spätestens seit der
Bürgeranfrage des Fördervereins im Stadtrat in der
Ratsversammlung vom 24.04.2012 bekannt war, die Verwaltungsleitung
keinen einzigen Vertreter der Stadtverwaltung zum Ausrichten bzw.
Verlesen eines Grußwortes schicken konnte.

Herr Sebastian Fried vom Amt für Stadtgrün und
Gewässer
überreicht Herrn Dr. Hardt Plakette und Urkunde für
die
Baumspende mit der der Förderverein langfristig an das
Jubiläum erinnern möchte. Herr Fried unterstreicht
die
besondere Schönheit, die der Amerikanische
Amberbaum (Liquidambar styraciflua) besonders im Herbst mit seinem
intensiv bunt gefärbten Laub erreicht, und wünscht dem
Baum
und dem Museum gutes Gedeihen. Schließlich wird dem Baum
mythische Wunderwirkung nachgesagt. Aus seinen Ästen werden
Wünschelruten hergestellt und sein Harz diente als
Weihrauchersatz.


Herr Fried montiert die Plakette mit der Widmungsaufschrift:
"05.06.1912-05.06.2012; 100 Jahre Dauerausstellung im Naturkundemuseum
Leipzig; Der Förderverein"

Der Botaniker des Naturkundemuseums, Karl Heyde, führt aus,
dass
Amberbäume bereits im Tertiär die Wälder mit
prägten und dass dieser deshalb ein besonderes Symbol
für die
Zukunft des Leipziger Naturkundemuseums ist. Wäre es doch zu
wünschen, dass zukünftig in einem neuen modernen
Naturkundemuseum möglichst realistische Nachbildungen von
Lebensräumen des tertiären Erdzeitalters, welches die
Böden unserer Region besonders mit geprägt hat,
rekonstruiert
werden.

Professor Dr. Christian Wirth vom Institut für Biologie der
Universität Leipzig unterstreicht in seinem Grußwort
die
außerordentliche Bedeutung des Naturkundemuseums als Archiv
der
Biodiversität. "Das Museum gehört zu unserem Kapital - vor
allem die historischen Sammlungen." Nicht zuletzt seit er gemeinsam mit
anderen
Forschungseinrichtungen den Sitz des Deutschen Zentrums für
integrative Biodiversitätsforschung nach Leipzig geholt hat,
welches mit 33 Mill. Euro gefördert werden soll, setzt er auf
eine intensive Zusammenarbeit bei der Nutzung und Auswertung der
Sammlungen. Er betont: "Der Bio-Standort Leipzig bekommt dann ein ganz
anderes Gewicht und ein modernes Naturkundemuseum gehört für
mich ganz einfach dazu. Ich hoffe und erwarte, dass wir es bald in
aller Pracht der Öffentlichkeit präsentieren können."

Matthias Fitzke überbringt die Grüße vom
NABU-Regionalverband Leipzig e.V. sowie vom NABU-Landesverband Sachsen
e.V.. Er bedankt sich für die langjährige
Zusammenarbeit,
richtet doch der NABU immer am ersten Montag im Monat seine
öffentlichen Vortragsveranstaltungen im Naturkundemuseum aus.
Zudem ist das Naturkundemuseum ein wichtiger Knotenpunkt in der
Vernetzung mit dem ehrenamtlichen Naturschutz.

Der Geschäftsführer des Ökolöwen,
Nico Singer,
gratuliert dem Naturkundemuseum zu seinem 100jährigen
Jubiläum der Dauerausstellung. Er unterstreicht, dass das
Museum
mit seiner leider immer noch gesperrten Dauerausstellung nicht nur ein
wichtiger Kulturträger, sondern noch viel mehr ein
Bildungsträger ist. "Wir können nur die Natur schützen,
die wir kennen und das Naturkundemuseum leistet dazu einen
entscheidenden Beitrag." Abschließend betont er: "Ein Leipzig
ohne Naturkundemuseum, das
geht
einfach nicht! Das ist dann nicht mehr Leipzig!"
Dr. Skadi Jennicke, Stadträtin der Fraktion Die LINKE gratuliert
dem Naturkundemuseum im Namen ihrer Fraktion zu dem beeindruckenden
Jubiläum. Die Schätze des Museums sind von großem Wert
für unsere Stadt und ihre Geschichte. Sie wünscht sich sehr,
dass wir keine aus den Zweigen des Amberbaumes gefertigte
Wünschelrute benötigen, wenn es um die Zukunft des Museums
geht. Sie verspricht, dass Die LINKE ein waches Auge darauf haben wird,
dass wir noch dieses Jahr ein tragfähiges Konzept für die
Zukunft des Museums erhalten. "Und dann brauchen wir eine starke Mehrheit im
Stadtrat. Ich versichere Ihnen, auf uns können Sie sich
verlassen. Wir stehen an ihrer Seite!"

Völlig überraschend bedankt sich der
Förderverein bei
Frau Edda Fiechtner mit einem Blumenstrauß (leider verdeckt)
für ihre jahrelange unermüdliche Arbeit an der
Öffentlichkeitsfront, wurde ihr diese durch die
Sparzwänge
der Stadt doch oft sehr erschwert. Noch bevor sich Frau Fiechtner Ende
Juni in den Ruhestand verabschieden kann, trägt ihr der
Förderverein die Mitgliedschaft in den "Unruhestand" des
Vereins an.

Der Direktor des Naturkundemuseums, Dr. Rudolf Schlatter, veranschaulicht
die Geschichte des Museums von der Eröffnung der
Dauerausstellung
vor 100 Jahren im Naturkundlichen Heimatmuseum über das
Naturwissenschaftliche Museum bis zur Umbenennung vor 25 Jahren in das
heutige Naturkundemuseum. Den schwierigen Weg seit der politischen
Wende beschließt er mit der Hoffnung, dass der Masterplan nun
der
Auftakt für eine bessere Zukunft wird.

Fast prophetisch zeigt Dr. Schlatter zum Tröndlinring 3, einem
der
bevorzugten Standorte des Fördervereins für ein neues
Naturkundemuseum, als er von den Anfängen des
Naturkundemuseums im
Gebäude der Dauernden Gewerbeausstellung am
Tröndlinring 1
berichtet.

Zum Abschluss lassen die Freunde des Naturkundemuseums Luftballons mit
den Wünschen für eine bessere und lange Zukunft des
Naturkundemuseums in den Leipziger Himmel steigen "100 Jahre
Dauerausstellung im Naturkundemuseum Leipzig! Verein der Freunde und
Förderer des Naturkundemuseums. Wir kämpfen weiter!"

Ein reichliches Dutzend Luftballons trägt die Wünsche
des
Fördervereins für eine bessere Zukunft des
Naturkundemuseums
in den Leipziger Himmel und in die Welt.