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Restaurierung eines Helmkasuars



Der Helmkasuar-Hahn stammt aus Neuguinea vom Oktober 1858. Bis zur Sperrung des dritten Obergeschosses des Naturkundemuseums befand er sich in der Dauerausstellung im Bereich "Vögel aller Kontinente". Das Bild zeigt den Vergleich vor und nach der Restaurierung.


Zu Beginn der Restaurierung fielen bereits etliche Mängel auf, wie die falsche Färbung von Hals und Kopf, die Überstreckung des Halses sowie unpassende Augen minderer Qualität. Deshalb wurde als erster Schritt die Augenpartie eingeweicht.

An Nach der Herausnahme der beiden Augen sieht man deutlich, wie unterschiedlich sie gefärbt und geformt sind. Zum Vergleich liegt daneben ein Auge welches später dem Kasuar eingesetzt wird und besser seinen natürlichen Augen entspricht.

Beim Einweichen des Kopfe löste sich am Hals eine Gipsplatte, welchen einen älteren Riss retuschierte. Da wauch noch weitere untypische Verformungen am oberen Halsbereich vorhanden waren, wurde der gesamte obere Hals mit einer speziellen Lösung eingeweicht. Wichtig dabei ist, dass die Haut elastisch wird, ohne dass Flüssigkeit in den Körper eindringt.

Der Riss wurde mit groben Hanffasern verklebt und mit Nadeln fixiert. Ein aus der Kopfhaut leicht herausschauender Stützdraht musste heruntergeschliffen werden.

Nachdem die Hals- und Kopfhaut grob gerichtet war, begann der Neuaufbau. Die Augen wurden nun mit einem stärker nach vorn ausgerichteten Blick eingesetzt. Das bisher fehlende Ohrloch wurde ausgefräst. Der völlig verzogene Schnabel wurde während des Trocknens der Haut mit Draht in eine besser Form gezwungen.

Aufwändig war die Reinigung des Gefieders, insbesondere auch dort, wo die Federn mit Farbe übermalt waren. Mehrmals wurden die Federn mit einem warmen Sprühnebel angefeuchtet und anschließend mit einer pH-neutralen Seifenlösung abgewaschen.


Durch die Bearbeitung der Haut bei der Erstpräparation kam es zur Glättung und Überstreckung des Halses die typische warzig runzlige Hautstruktur ging dabei verloren und wurde nun im Zuge der Restaurierung mit Pappmaché aufmodelliert. Dabei wurde auch der Halsriss im Kehlbereich mit retuschiert.

Nach Bildvorlagen wurden weitere typische Gesichtszüge, insbesondere auch die Augenpartie, typische Hautfalten bzw. -aussackungen sowie Bereiche am Schnabel mit einer Zweikomponentenmasse anmodelliert. Dadurch wurde der vorher stark klaffende Schnabel geschlossen. Die Pappmaché-Modellage wurde mit einer Gips-Leimmischung stabilisiert und verfeinert.


Der Vergleich des Kopfes vor und während der Restaurierung lässt bereits deutliche Unterschiede und eine Annäherung an die Realität des Fotos erkennen. 

Zum Abschluss der Arbeiten am Kopf-Hals-Bereich wird nun anhand von Fotos eine typische Farbgebung mit Airbrush aufgetragen.


Vorher-nachher-Vergleich im Seitenprofiel.


Vergleich der Frontalansichten des Kopfes vor, während, vom Foto und nach der Restaurierung

Auch im Bereich der Beine gab es einiges zu tun. Die arttypischen langen Krallen und Zehen waren teilweise im Gipspodest versunken.

Nach Abtrag des Gipses zur Freilegung der Zehen wurde an den charakteristischen Auflageflächen der Boden nachmodeliert. Damit konnten zugleich Risse im Podest repariert werden. Anschließend wurden die Beine in einer natürlichen Farbe mit Airbrush koloriert.

Zum Abschluss erhält der Sockel eine dem Lebensraum entsprechenden Bodenauftrag. Nun kann sich der Helmkasuar schon bald in seiner alten neuen Schönheit in einer Sonderausstellung präsentieren.