Museumsfest
2012
Anlässlich des 100 jährigen Jubiläums der
Dauerausstellung des Naturkundemuseums Leipzig veranstalteten die
Fachgruppen und Vereine im Förderverein gemeinsam mit dem
Naturkundemuseum ein kleines Straßenvolksfest. Noch am Vorabend
prophezeiten uns die Meterologen bestes Wetter, doch Petrus
schüttete dann den halben Tag lang mehr oder weniger intensiv
seinen Regen über uns aus. Und trotz dieses Handicaps war unsere
kleine Leistungsschau mit 500 bis 1.000 Besuchern am Ende doch noch
recht gut besucht. Der Direktor des Naturkundemuseums führt dabei
hinter die Kulissen des Hauses und präsentierte unter anderem das Modell
des Bornaer Mammuts.

Auf den Wegen und dem Parkplatz vor dem Naturkundemuseum war eine
kleine Zeltstadt entstanden. An diesen Zelten standen Menschen im
Mittelpunkt, die ihre Hobbys und ihre besondere Verbundenheit zur Natur
sowie dem Naturkundemuseum präsentierten. Sie gestalteten somit
ein interessantes Straßenvolksfest der sinnlichen Art OHNE
LÄRM und ohne Gax und Dümmelei. Zentraler Mittelpunkt des
Festplatzes war dabei der Stand der Haema AG, die Teile des
Erdgeschosses des Museums in ein Blutspendezentrale verwandelt hatte.

Ganz nach dem Motto des Museumsfestes
"Mein Herzblut für das Naturkundemuseum" konnten Freunde und
Förderer Ihr Blut spenden. Die sonst für eine Blutspende
übliche Aufwandsentschädigung kommt hier aber dem
Naturkundemuseum als Spende zugute. So wie bei der
Journalistin vom Leipzig Fernsehen fand das Museumsfest bei
verschiedenen Medienvertretern reges Interesse. Leider haben die
wenigsten bis zum späten Nachmittag gewartet, als zunehmend
besseres Wetter die Besucherzahlen ansteigen ließ.
Die Haema AG war mit einem umfangreichen und kompetenten Team
angerückt. Doch länger anhaltender Regen ließ nur
wenige Spendenwillige kommen. Etliche spendenwillige Mitglieder des
Fördervereins durften zudem aus Alters- oder
Gesundheitsgründen nichts von ihrem Lebenssaft spenden. Aus
ökonomischen Erwägungen hat die Haema AG deshalb schon am
frühen Nachmittag ihre Zelte abgebrochen. Wer nun bei besserem
Wetter für die Blutspende zu spät kam, kann dies auch in der
nächsten Zeit nachholen. Mit dem Verweis "Mein Herzblut für
das Naturkundemuseum" kann in jeder Haema-Blutspendenzentrale zugunsten
des Naturkundemuseums Blut gespendet werden.
An den Ständen vor dem Museum herschte
witterungsabhänig mehr oder weniger emsiges Treiben. Der
Förderverein bot für seine jüngsten Gäste Tierquiz
und Bastelaktionen an, während sich die Älteren über
unsere Aktivitäten insbesondere beim Kampf für ein neues
Museum informieren konnten. Zudem präsentierten wir uns gemeinsam
mit der Wohnungsgenossenschaft UNITAS e.G., welche das Museumsfest
tatkräftig mit der Bereitstellung von mehreren Zelten
unterstützt hat. Für diese Unterstützung gilt der WG
UNITAS e.G. unser herzlichster Dank.

Sehr gefreut haben wir uns über unser neues Mitglied im
Förderverein Dieter Deissler, der sich bereits als Stadtrat
für das Naturkundemuseum eingesetzt hat. Auch über den Besuch
der dem Museum sehr verbundenen Stadträtinen Katharina Kreft und
Dr. Skadi Jennicke mit ihren Kindern haben wir uns sehr gefreut und
kurze Gespräche geführt. Als einziger Kandidat für die
nächste Bürgermeisterwahl in Leipzig schaute Horst Wawrzynski
beim Museumsfest vorbei und wird hier von der Schatzmeisterin Dr.
Rosmarie Heyde begrüßt.
Im Gespräch mit dem Vorstand des Fördervereins
zeigte sich Horst Wawrzynski sehr interessiert an den Konzepten und
Ideen, um das Naturkundemuseum in eine bessere Zukunft zu führen.
Dass ihm das Naturkundemuseum eine wirkliche Herzensangelegenheit sei,
hatte er nicht nur auf dem Kreisparteitag der CDU zu seiner Nominierung
unterstrichen, als er zur Kulturpolitik der Stadt Leipzig gefragt,
unter anderem ausführte, dass der Umgang der Stadtverwaltung mit
dem Naturkundemuseum ein Skandal sei. Gern hätte sich der Vorstand
des Fördervereins auch mit weiteren Bürgermeisterkandidaten
unterhalten, aber es kamen keine weiter.

Am Stand des Imkervereins herrschte reges Interesse. Der Altmeister der
Bienenzucht Heinz Geppert, der viele Jahre das Bienenvolk im
Naturkundemuseum betreute und vielen Kindern von früheren
Bienenfesten bekannt sein dürfte, präsentierte eine
Schaubeute. Zudem verkauften die Imker ihr "Gold" für 5 € das
Glas und erbrachten so einen beachtlichen Benefizerlös von 240
€
Am Stand des Igelschutzzentrums Leipzig informierte Gudrun
Natschke über die Aktivitäten der Einrichtung des
NABU-Landesverbandes Sachsen e.V. Mit ihrem Fachwissen steht Frau
Natschke schon lange in enger Verbundenheit zum Naturkundemuseum.
Stolz präsentieren Kinder ihre "Käfer auf dem
Blatt", die sie am Stand der Museumspädagogin D. Müller
gebastelt haben.

Am Stand von Museumspädagogin Petra Hanso konnten sich Kinder
einen Ansteckbutton mit Motiven zum 100jährigen Jubiläum des
Naturkundemuseums basteln.
Horst-Wawrzynski
Auch die Gastpädagogin Frau Kyas hatte ein bei Kindern sehr begehrtes Bastelangebot auf Lager.

Am Museum entlang erstreckten sich die Stände der meisten Fachgruppen und Vereine.

Sylvia Buck-Bar präsentierte am Stand der Fachgruppe Botanik
Überschusspflanzen aus dem Beet vor dem Naturkundemuseum, welches
sich bei immer mehr Leipzigern als kleiner botanischer Garten einer
immer größeren Beliebtheit erfreut. Gegen eine Spende
konnten die Besucher nun Pflanzen für ihren eigenen Garten
mitnehmen. Mit ihrem engagierten Einsatz hat Frau Buck-Bar einen
wesentlichen Anteil an der guten Qualität des kleinen Botanischen
Gartens vor dem Naturkundemuseum. Neben dem Halbjahres-Programm der
Fachgruppe Botanik konnten sich die Besucher auch über Angebote
der Firma freizeit-abenteuer.com informieren, mit welcher der
Museumsbiologe Karl Heyde bereits seit mehreren Jahren naturkundlich
geführte Paddeltouren durch das Leipziger Auensystem anbietet.

Am Stand der "AG Junge Naturforscher" präsentiert Lena Arbeiten, welche die Jungen Naturforscher gemeinsam mit dem
Museumsbiologen Karl Heyde für die Museumspädagogik
geschaffen haben. So wurden herbarisierte Blätter verschiedener
Bäume oder Frühjahrsblüher in Laminierfolie
eingeschweißt. Auch wie ein Herbarium unter wissenschaftlichen
Anforderungen richtig angelegt wird, haben die Jungen Naturforscher
gelernt. Das Herbarium des "Jungen Naturforschers" Tom war so gut, dass die
Lehrerin zu Unrecht angezweifelt hat, ob dies Toms eigenes Werk war.

Der Stand der Inspirata - dem Zentrum für
mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung e.V. war mit seinen
rafinierten Experimenten, die vor Ort ausprobiert werden konnten, oft
dicht umlagert und ist auf diesem Bild im Hintergrund zu sehen.

Stolz präsentieren Aaron und Benjamin den Stand der
AG "Junge Mineralogen". Gemeinsam mit ihrem AG-Leiter Jakob Gloger haben
sie bereits mehrere Schatzexpeditionen unternommen, über die sie
auf bunten Bildtafel berichten. Zudem zeigten sie einen Teil ihrer
"Beutestücke"

Philipp hat sich in der AG Junge Mineralogen inzwischen zu
einem wahren Mineralienexperten entwickelt und gibt interessierten
Bürgern detaillierte Auskunft.

Gleich im Anschluss findet sich der Verkaufsstand von Jakob Gloger,
der nicht nur die AG "Junge Mineralogen" betreut, sondern auf dem
Museumsfest die Fachgruppe Geologie, Mineralogie &
Paläontologie vertritt.

Jakob Gloger im Gespräch mit interessierten Besuchern.

Auch der Astrophytum Leipzig e.V. (Mitglied der Deutschen Kakteen
Gesellschaft) war mit einem großen Stand vertreten, an dem
Kakteen und Sukkulenten zugunsten für das Naturkundemuseum
verkauft wurden. Vor allem interessierten sich die Gäste, unter
ihnen ein Zoo-Mitarbeiter, für optimale
Haltungsbedingungen der stachligen Zimmerpflanzen und erhielten von
dern Vereinsmitgliedern bereitwillig sachkundige Auskunft.

Vereinsvorsitzender Dr. Konrad Müller und Karl-Heinz Ulbich
präsentieren die sukkulente Pflanzenvielfalt aus der Arbeit des
Vereins.

Immer wieder schön anzusehen, wenn die stachligen Gesellen blühen.

Die Frischpilzausstellung der Fachgruppe Mykologie sorgte ebenfalls
für reges Interesse. Heike Tanneberger und Peter Krieger von der
Fachgruppe geben den Besuchern wertvolle Ratschläge.

Auch Christa Gensicke von der Fachgruppe Mykologie erklärte den
Besuchern, woran sie die guten von den ungenießbaren und giftigen
Pilzen unterscheiden können. Am Nachmittag erhielten die Vertreter
der Fachgruppe Mykologie Unterstützung von Lothar Lindner,
Pilzberater im ehem. Muldentalkreis.

Lothar Lindner (kariertes Hemd) lauschte als ebenfalls
leidenschaftlicher Entomologe am gemeinsamen Stand der Fachgruppe
Entomologie und des Phyllodrom e.V. den Ausführungen von
Museumsbiologen Ronald Schiller. Die lebenden Tiere des Phyllodrom e.V.
hier präsentiert von Museumsmitarbeiter und Vereinsmitglied
Wolfram Guidetti, erfreuten sich bei den Besuchern eines großen
Interesses.

Der Gemeinschaftsstand von FG Entomologie und Phyllodrom e.V. war fast ständig dicht umlagert.

In traditioneller Verbundenheit präsentierte Büroleiter
Mathias Fitzke mit Praktikantin Claudia den NABU-Regionalverband
Leipzig e.V.

Auch die Ökolöwen bekräftigten mit einem
Informationsstand die Wichtigkeit des Naturkundemuseums für die
Umweltbildung in der Stadt Leipzig.

Vereinsvorsitzender Falk Rößger präsentierte gemeinsam
mit weiteren Vereinsmitgliedern den Ornithologischen Verein zu Leipzig
e.V.. Die Besucher erhielten umfangreiche Informationen zur Vogelwelt
von Leipzig, insbesondere auch, wie man sie mit Nisthilfen noch
unterstützen kann.

Als sich am späten Nachmittag der Regen verzogen hatte, kamen doch
noch die erhofften Besucherströme, so dass am Ende zwischen 500
bis 1.000 Gäste das Museumsfest besucht hatten.

Museumsbiologe Karl Heyde am Stand der Fachgruppe Botanik zeigte sich
am Ende zufrieden mit dem guten Ausgang des Museumsfestes. Auch wenn
zwei Drittel des Tages vom schlechten Wetter getrübt waren, haben
trotzdem viele Leipziger großes Interesse an den Aktivitäten
im Naturkundemuseum und ihre Verbundenheit mit dieser Kultureinrichtung
gezeigt.

Am
Ende des Tages waren durch die Benefizveranstaltung der Fachgruppen und
Vereine zugunsten des Naturkundemuseums ca. 550 €uro an Spenden
zusammen gekommen.
Bereits am Donnerstag vor dem Museumsfest konnte die Schatzmeisterin
des Fördervereins Dr. Rosmarie Heyde dem Direktor des
Naturkundemuseums Dr. Rudolf Schlatter voller Stolz eine anonyme Spende
im Wert von 705 €uro überreichen, die sie auf dem Unitas
Volleyball Beach Cup von einem Spender erhalten hatte, der anaonym
bleiben möchte. Der Spender erklärte, dass er als Kind immer
sehr gern das Naturkundemuseum besucht hat. Auch wenn er jetzt nicht
mehr in Leipzig lebt, so muss das Naturkundemuseum unbedingt auch
für die folgenden Generationen von Kindern als Bildungsstätte
erhalten bleiben.