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Vogelspuren - vom Albatros bis zum Zeisig - im Grassimuseum für Völkerkunde zu Leipzig
- Schätze aus dem Naturkundemuseum Leipzig



Eröffnung der Sonderausstellung durch Frau Dr. Birgit Scheps, kommisarische Direktorin des Grassimuseum für Völkerkunde zu Leipzig, Herrn Dr. Rudolf Schlatter, Direktor des Naturkundemuseums Leipzig sowie Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber


Besichtigung der Sonderausstellung


Die wunderschön präsentierte Ausstellung trifft auf reges Zuschauerinteresse.


Blick durch den Ausstellungsraum.


Vitrinengalerie


Europa




Steinadler Aquila chrysaetos
Heydtwalder Forst/Ostpreußen, 1876
Das Verbreitungsgebiet dieses Greifvogels reicht von Europa über weite Teile Asiens bis nach Nordamerika. Er ernährt sich vor allem von kleinen und mittelgroßen Säugetieren, beispielsweise Murmeltieren, Feldhasen oder jungen Huftieren. Die Horste werden in Felswänden oder hohen Bäumen errichtet. In weiten Teilen Mitteleuropas wurde der Steinadler durch Bejagung ausgerottet. Größere Vorkommen in Europa gibt es gegenwärtig im Alpenraum, Spanien und Skandinavien.

Kolkrabe Corvus corax
Der größte heimische Singvogel ist in Europa und Nordafrika sowie Teilen Asiens und Nordamerikas beheimatet. Durch die starke Bejagung war er teilweise verschwunden. In Mitteleuropa haben sich die Bestände seit der Mitte des letzten Jahrhunderts wieder erholt. Zum breiten Nahrungsspektrum gehören kleinere Wirbeltiere, Vogeleier, Wirbellose, Aas und Pflanzenteile. In Schöpfungsmythen, Märchen und Sagen wird der Kolkrabe in verschiedenen Kulturen erwähnt.


Eichelhäher Garrulus glandarius
Dieser Rabenvogel hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, das von Nordafrika über weite Teile Europas und Asiens bis Japan und Indochina reicht. Er ist eine der häufigsten und bekanntesten heimischen Vogelarten. Zum Nahrungsspektrum gehören Früchte und Samen, Insektenlarven, kleine Wirbeltiere sowie Gelege anderer Vögel. Er legt Nahrungsdepots mit Eicheln, Bucheckern und Nüssen an und trägt so zur Verbreitung von Baumarten bei.

Dompfaff oder Gimpel
Pyrrhula pyrrhula

Das Verbreitungsgebiet dieses Singvogels erstreckt sich von Nordafrika und Europa über das nördliche Asien bis Japan. Bevorzugte Lebensräume sind Nadelwälder, Mischwälder sowie Parkanlagen und Gärten mit Nadelbäumen. Hauptnahrung sind Samen, Früchte und Knospen. Je nach Region sind Gimpel Stand- oder Strichvögel, vor allem die nördlichen Populationen ziehen süd- und westwärts. Im 19. Jahrhundert war die Haltung und Zucht des Gimpels als Käfigvogel weit verbreitet.

Rotkehlchen Erithacus rubecula

Das Rotkehlchen ist in weiten Teilen Europas, Kleinasiens und Nordafrikas verbreitet. Neben den ursprünglichen Lebensräumen (Laub- und Mischwälder) besiedelt es auch die Kulturlandschaft. Da Rotkehlchen vorwiegend Insekten fressen, verlassen die nördlichen Populationen über den Winter ihre Brutgebiete und ziehen in den Mittelmeerraum oder nach Kleinasien. Sowohl in germanischen und keltischen als auch in christlichen Überlieferungen hat das Rotkehlchen eine große Bedeutung. Es symbolisiert beispielsweise die Sonne oder soll Christus am Kreuz beigestanden haben.

Erlenzeisig Carduelis spinus

Das Verbreitungsgebiet dieses kleinen Singvogels erstreckt sich über weite Teile Europas, den Nahen und Mittleren Osten sowie Nord- und Ostasien. Hauptnahrung sind Samen und Früchte. Erlenzeisige sind vor allem in Nadel- und Mischwäldern zu Hause. Das Nest wird vor allem in hohen Fichten gebaut.

Rosapelikan
Pelecanus onocrotalus


Rosapelikane brüten in Südosteuropa sowie Teilen Asiens und Afrikas an größeren Gewässern und Meeresküsten. Hauptnahrung sind Fische. Pelikane wurden teilweise stark bejagt, da sie als Nahrungskonkurrenten des Menschen galten und als Naturheilmittel dienten. Darstellungen von Pelikanen finden sich in der christlichen Ikonographie und in verschiedenen Wappen.

Weißstorch Ciconia ciconia

Eine der bekanntesten heimischen Vogelarten ist der Weißstorch. Seine Brutgebiete liegen in Nordafrika, Süd-, Mittel- und Osteuropa sowie Klein- und Vorderasien. Zur Überwinterung fliegen die Störche der östlichen Vorkommen nach Ost- und Südafrika, die übrigen Tiere verbringen den Winter in West- und Zentralafrika. Die Trockenlegung von Feuchtgebieten und die industrialisierte Landwirtschaft führten in weiten Teilen Mitteleuropas zu einem starken Bestandsrück gang durch Nahrungsmangel, da vor allem Kleinsäuger, Lurche und Fische sowie größere Insekten verschwanden. So ist der Weißstorch nicht nur ein Tier der Märchen und Sagen sondern auch ein wichtiges Symbol des Naturschutzgedankens.

Eisvogel Alcedo atthis

Der heimische Eisvogel kommt in Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas vor. Lebensräume sind Flüsse, Bäche, Seen und vom Menschen geschaffene Gewässer mit ausreichenden Fischbeständen. Eisvögel sind Ansitzjäger, die durch Stoßtauchen ihre Nahrung (Fische, Wasserinsekten, Kaulquappen u.ä.) unter Wasser erbeuten. Gebrütet wird in selbst angelegten Höhlen, beispielsweise in Steilufern oder Uferabbrüchen.

Sommergoldhähnchen
Regulus ignicapillus


Das Sommergoldhähnchen gehört zu den kleinsten Vogelarten Europas. Es lebt in Wäldern, Parkanlagen und großen Gärten Mittel- und Südeuropas, Kleinasiens sowie Nordafrikas. Nahrung sind Insekten und Spinnentiere. Mitteleuropäische Vertreter verlassen deshalb die Brutgebiete in den Wintermonaten.

Uhu Bubo bubo
Weedern, Masuren/Ostpreußen, 1899

Die größte Eulenart lebt in Nordafrika, Europa und Teilen Asiens. Uhus sind nachtaktiv und jagen kleine bis mittelgroße Säugetiere und Vögel. Mitteleuropäische Uhus brüten vor allem in Felswänden. Uhus benötigen strukturreiche Landschaften mit einem ausreichenden Nahrungsangebot. Durch intensiven Schutz der Horste und Wiederansiedlungsprojekte in verschiedenen Teilen Deutschlands haben sich die Bestände in Deutschland wieder erholt.

Schleiereule Tyto alba

In Mitteleuropa ist die Schleiereule vor allem in der Kulturlandschaft verbreitet. Nester baut sie oft in Scheunen oder Kirchtürmen. In anderen Teilen des Gesamtverbreitungsgebietes, zu dem Nord- und Südamerika, große Teile Afrikas sowie Vorderasien, Südostasien und Australien gehören, werden außer Regenwäldern, Wüsten und Gebirgen unterschiedlichste Lebensräume besiedelt. Die Nahrung besteht vor allem aus Kleinsäugern.

Gänsesäger Mergus merganser

Diese Entenvögel leben in weiten Teilen Europas, Nordasiens sowie in Nordamerika. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen, die sie in Seen und klaren Flüssen erbeuten. Gänsesäger sind Höhlenbrüter, die beispielsweise Uferabbrüche, Felsspalten und Baumhöhlen nutzen. Erst ein Jagdverbot sorgte dafür, dass sich die Bestände in Deutschland wieder etwas erholten. Allerdings gefährden Wassertourismus, Uferverbauungen und Gewässerverschmutzung die Bestände dieser Art gerade in Mitteleuropa weiterhin.


Bartmeise Panurus biarmicus
Bartmeisen leben in ausgedehnten Schilfgebieten Europas und Nordasiens. Größere Vorkommen in Mitteleuropa sind von der Nord- und Ostseeküste und dem Neusiedler See bekannt. In Mitteldeutschland gibt es ebenfalls Brutnachweise, so auch im Leipziger Raum. Strenge Winter führen immer wieder zu Bestandseinbrüchen in den Brutgebieten, die oft erst nach Jahren von umherstreifenden Tiere neu besiedelt werden.

Kormoran Phalacrocorax carbo

Kormorane besiedeln weite Teile Europas, Afrikas und Asiens. Auch in Australien, auf Grönland und an der nordamerikanischen Atlantikküste kommen sie vor. Die Brutkolonien liegen an Meeren oder größeren Binnengewässern. Ihre Nahrung, Fische, jagen Kormorane unter Wasser, dabei können sie mehrere Meter tief tauchen. In einigen Kulturen wurden und werden Kormorane zum Fischfang eingesetzt.

Gerfalke Falco rusticolus
Grönland, 1905

Die größte Falkenart ist in allen Polargebieten der Nordhalbkugel verbreitet. Hauptnahrung sind Alpen- und Moorschneehühner. Gerfalken bauen keine eigenen Nester, sondern nutzen Felsenmulden oder die Horste anderer großer Vögel. Gerfalken waren und sind besonders geschätzte Beizvögel in der Falknerei. Deshalb werden sie bis heute illegal gehandelt.

Sterntaucher Gavia stellata
Pillau/Ostpreußen (Baltijsk), 1878

Das Verbreitungsgebiet des Sterntauchers erstreckt sich über Nordeuropa, das nördliche Asien bis nach Kanada und Grönland. Den Winter verbringen die Vögel vor allem an den Meeresküsten der Nordhalbkugel. Zur Brut nutzen die Sterntaucher kleine Gewässer. Ihre Nahrung (Fische, Krebs- und Weichtiere) ertauchen sie in benachbarten Seen oder Küstengewässern.


Auerhuhn Tetrao urogallus    Saalfeld (Thüringen), 1887
Die Nadelwälder mittel- und osteuropäischer Gebirge sowie die Taiga Nordasiens sind die ursprünglichen Lebensräume des größten Hühnervogels Europas. Jungvögel brauchen Insekten als Nahrung, die Altvögel leben von Pflanzenteilen, Früchten und Sprösslingen. Wichtigste Ursachen für das Aussterben oder den starken Rückgang vieler zentraleuropäischer Populationen sind die moderne Forstwirtschaft (Monokulturen, Aufforstung von Mooren u.s.w.) und zunehmende Störungen durch Touristen.


Asien




Argala-Marabu Leptoptilos dubius
Diese Storchenart gehört zu den weltweit gefährdeten Tierarten. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reichte von Pakistan bis Vietnam. Größere Populationen gibt es heute nur noch in Nordindien (Assam) und Kambodscha. Vor allem das Trockenlegen von Feuchtgebieten, der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln und die Jagd haben dazu beigetragen, dass es heute wahrscheinlich weniger als 1000 Exemplare in der Natur gibt.

Rhinozeros-Hornvogel Buceros rhinoceros
Java, 1867

Das Verbreitungsgebiet umfasst Thailand, Malaysia und Teile Indonesiens bis Java. Diese Art ist eng an ursprüngliche Regenwälder gebunden. Die Bruthöhle wird vom Männchen verschlossen und das Weibchen in der mehrwöchigen Brutzeit von ihm mit Nahrung (Früchte, Insekten, kleinere Wirbeltiere und Vogeleier) versorgt. Der Schnabelaufsatz soll als Resonanzkörper für Brumm-Laute dienen.

Hammerhuhn Macrocephalon maleo
Menaar/Celebes, vor 1868

Das Hammerhuhn lebt nur auf der indonesischen Insel Sulawesi. Es bewohnt Flachland- und Bergwälder. Die Eier werden einzeln in Löcher auf offenen Sandflächen, in Vulkanböden oder am Strand abgelegt und durch die Sonne oder die Erdwärme ausgebrütet. Auch die Jungtiere werden von den Eltern nicht betreut. Die Zerstörung von Lebensräumen, eine hohe Sterblichkeit der Jungtiere und die direkte Verfolgung durch den Menschen sind Ursachen dafür, dass das Hammerhuhn eine stark gefährdete Vogelart ist.

Diamant- oder Amherstfasan
Chrysolophus amherstiae
Osttibet, 1915

Die Heimat des Diamantfasans sind die Berg- und Bambuswälder Westchinas, Tibets und Myanmars. Das Nahrungsspektrum ist breit gefächert, sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung wird genutzt. Der Diamantfasan gehört auf Grund des farbenprächtigen Gefieders der Männchen zu den Vogelarten, die gern in Europa gehalten werden. In Großbritannien gibt es ausgewilderte Freilandvorkommen. Unser Exemplar ist ein Wildfang und gelangte über den Zoo Leipzig in die Sammlung.

Dunkler Jagdfasan Phasianus colchicus

Nach Europa wurde der Fasan schon in der Antike eingeführt, das natürliche Vorkommen erstreckte sich vom Schwarzmeergebiet über Mittelasien bis nach Ostasien. Es sind mehrere Unterarten bekannt, mitteleuropäische Tiere sind Kreuzungen verschiedener Formen. Seit dem Mittelalter ist die Haltung und Auswilderung als Jagdtier für unsere Region belegt. In Europa besiedeln die ausgewilderten Tiere meist strukturreiche Kulturlandschaften. Zur Nahrung gehören vor allem Pflanzenteile und kleine Insekten.


Erzlori Lorius domicella
Nur auf wenigen Inseln der Molukken lebt dieser südostasiatische Papagei. Seine bevorzugten Lebensräume sind Bergregenwälder. Dort ernährt er sich, wie andere Loris, vor allem von Nekter und Pollen, die er mit seiner spezialisierten Zunge aufnimmt. Auf Grund des kleinen Verbreitungsgebietes, der fortschreitenden Zerstörung seiner Lebensräume und der Jagd gehört der Erzlori zu den gefährdeten Arten.

Blauer Pfau Pavo cristatus
Ursprünglich kamen diese Hühnervögel auf dem Indischen Subkontinent und in Sri Lanka vor. Ein Männchen bildet mit mehreren Weibchen einen Familienverbund. Neben Samen, Pflanzenteilen und Früchten gehören auch Insekten und kleine Wirbeltiere zur Nahrung. Gebrütet wird auf dem Boden, zum Schutz vor Feinen verbringen die Altvögel die Nacht oft auf Bäumen. Bereits vor 4000 Jahren wurden Pfauen im Mittelmeerraum als Ziervögel und Fleischlieferanten gehalten.


Afrika


Südlicher Hornrabe Bucorvus leadbeateri

Der Südliche Hornrabe lebt im südlichen Afrika in offenen Savannenlandschaften. Zur Nahrung gehören Insekten, kleine Nagetiere, Schlangen und Früchte. Die Brut erfolgt in natürlichen Baumhöhlen. Durch die Zerstörung seiner Lebensräume nimmt der Bestand ab, so dass der Südliche Hornrabe zu den gefährdeten Arten zählt. In vielen afrikanischen Kulturen gilt er als heiliges Tier, da er Schlangen und Heuschrecken vertilgt.

Gaukler Terathopius ecaudatus
Natal (Südafrika), 1842

Dieser Greifvogel lebt in weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara vor allem in Savannen und an Waldrändern. Gaukler ernähren sich vor allem von Kleinsäugern, Vögeln und Reptilien. Die Brutpaare bleiben ein Leben lang zusammen und errichten ihre Nester auf Bäumen und hohen Termitenbauten. Viele afrikanische Völker verehren/verehrten den Gaukler als Kriegervogel, der Sieg oder Niederlage im Kampf voraussagen konnte.


Geierperlhuhn Acryllium vulturinum
Das Geierperlhuhn gehört zu den Hühnervögeln und kommt in Ostafrika vor. Die Nahrung besteht aus Pflanzenteilen und Insekten. Eine verwandte Art, das Helmperlhuhn, gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen.

Schwarzer Klaffschnabel
Anastomus lamelligerus
Westafrika, vor 1868

Diese Storchenart kommt im tropischen Afrika in verschiedenen Feuchtgebieten vor. Bevorzugte Nahrung sind große Süßwasserschnecken, aber auch andere Wirbellose des Süßwassers sowie kleinere Frösche und Fische werden verzehrt. Klaffschnäbel sind oft mit Flusspferden vergesellschaftet, da diese Wasser und Schlamm aufwühlen und so die Nahrungssuche der Störche erleichtert wird.


Orangeköpfchen Agapornis pullarius
Diese afrikanischen Papageien gehören zur Gattung der “Unzertrennlichen”. Diesen Namen erhielt die Artengruppe auf Grund der lebenslangen Partnerschaft und des liebevollen Umgangs der Paare miteinander. Orangeköpfchen leben in lichten Wäldern West- und Zentralafrikas. Als Besonderheit innerhalb der Gattung bauen sie ihre Nester in Bauten von Baumtermiten.

Zwergflamingo Phoeniconaias minor

Die größten Vorkommen der Zwergflamingos sind von den Salz- und Sodaseen Ost- und Südafrikas bekannt. Da sie dort auf Grund des hohen Salzgehaltes und der extremen Temperaturen, mit Ausnahme anderer Flamingoarten, keine Nahrungskonkurrenten haben, können bis zu 1 Million Tiere gemeinsam leben. Ihre Nahrung, vor allem Blau- und Kieselalgen sowie kleine Krebstiere, filtern sie mit ihrem Schnabel aus dem Wasser. Die Rosafärbung entsteht durch Nahrungsinhaltsstoffe (Carotine).


Afrikanischer Schlangenhalsvogel Anhinga rufa      Natal (Südafrika), Juli 1841
Schlangenhalsvögel leben in allen tropischen und subtropischen Regionen der Erde bevorzugt in Süß- und Brackwasserregionen. Sie jagen unter Wasser nach Fischen, anderen kleineren Wirbeltieren und Wirbellosen. Der Afrikanische Schlangenhalsvogel kommt in den afrikanischen Feuchtgebieten südlich der Sahara und auf Madagaskar vor.


Inselwelt - Neuguinea



Großer Paradiesvogel Paradisaea apoda
Paradiesvögel leben nur auf Neuguinea, einigen benachbarten Inseln der Molukken und in Nordostaustralien. Bekannt sind sie durch den auffallenden Federschmuck der Männchen und beeindruckende Balztänze. Die Nahrung besteht aus Früchten, Nüssen und Insekten. Der Große Paradiesvogel lebt im Südwesten Neuguineas und auf den Aru-Inseln. Als die ersten Bälge der Paradiesvögel nach Europa kamen, fehlten die Füße, so dass man glaubte, die Vögel würden sich niemals auf den Boden setzen. Schmuckfedern und Bälge sind wichtiger Bestandteil der traditionellen Kleidung vieler Volksgruppen der Region. Auf Grund des hohen Gefährdungsgrades durch Bejagung und Handel sowie der Zerstörung der Regenwälder gehören alle Paradiesvogelarten zu den international geschützten Arten.


Felsenpinguin Eudyptes chrysocome    Deutsche Tiefsee-Expedition „Valdivia“;  Kerguelen, 1898
Brutkolonien dieses Meeresvogels gibt es an der Südspitze Südamerikas, auf den subantarktischen Inseln und in Neuseeland. Felsenpinguine jagen verschiedenste Meerestiere, etwa Kalmare, kleine Fische und Krebstiere. Wichtigster Gefährdungsfaktor ist die Überfischung der Meere, die das Nahrungsangebot verknappt.

Borstenkopf Psittrichas fulgidus

Nur in den tropischen Regenwäldern Neuguineas lebt diese Papageienart. Borstenköpfe sind Fruchtfresser, die überwiegend von wenigen Feigenarten leben. Die Zerstörung geeigneter Lebensräume, die Jagd und die spezialisierte Lebensweise führen dazu, dass die Art in den Roten Listen als „Gefährdet“ eingestuft wird und dem internationales Artenschutzrecht unterliegt. In Gefangenschaft wird der Borstenkopf auf Grund seiner Lebensweise nur selten gehalten.

Ara-Kakadu Probosciger aterrimus
Australien, 1908

Der Ara- oder Palm-Kakadu lebt in Neuguinea, Nordost-Australien und auf einigen benachbarten Inseln. Er ist die größte Papageien-Art Australiens. Neben Wäldern werden auch baumbestandene Savannen besiedelt, wenn geeignete Bäume für die über einen Meter tiefen und bis zu 60 cm im Durchmesser großen Bruthöhlen vorhanden sind. Hauptnahrung sind Früchte, Nüsse und Samen.

Hawaiigans Branta sandvicensis

Die Hawaiigans (=Nēnē) ist die seltenste Gänseart und in ihren natürlichen Lebensräumen auf den Hawaii-Inseln trotz aller Schutzbemühungen stark bedroht. Neben verwilderten Hunden und Katzen tragen auch Tourismus und moderne Landwirtschaft dazu bei, dass anfängliche Auswilderungserfolge immer wieder zunichte gemacht werden. Um den Bestand der Art zu sichern, leben Zuchtgruppen in Zoologischen Gärten und Wildparks.

Streifenkiwi Apteryx mantelli
Neuseeland, 1855

Kiwis gibt es nur in Neuseeland. Die nachtaktiven Straußenverwandten leben hauptsächlich von wirbellosen Bodenbewohnern (Würmer, Tausendfüßer, Insekten). Eingeschleppte und verwilderte Säugetiere gefährden den Bestand dieser Bodenbrüter. So gehören heute die Nationalvögel Neuseelands zu den bedrohten Tierarten.

Fächertaube Goura victoria

Die nur von Neuguinea bekannte Fächertaube gehört zu den größten Taubenarten. Ihr Lebensraum sind Sümpfe, Sagopalmenbestände und trockene Wälder. Fächertauben zählen zu den überwiegend bodenbewohnenden Arten. Sie ernähren sich von Samen, Früchten und Insekten. Da die Fächertaube in ihrer Heimat stark bejagt wird, gilt sie als gefährdete Art.


Papuaatzel Mino dumontii      Neuguinea, 1873
Außer von Neuguinea ist dieser Verwandte unserer Stare auch von den benachbarten Aru-Inseln, den Solomonen und dem Bismark-Archipel bekannt. Dort lebt er in Regenwäldern und Mangroven. Der Papuaatzel ist ein Allesfresser, bevorzugt aber Früchte und Insekten. Die Jungen werden in Baumhöhlen aufgezogen.

Helmkasuar
Casuarius casuarius
Neuguinea, 1858

Diese Straußenvögel leben auf Neuguinea, in Nordaustralien und auf einigen Inseln dieser Region. Sie ernähren sich sowohl von Pflanzen und Pilzen als auch von kleineren Wirbeltieren und Wirbellosen. Lebensräume sind unterholzreiche Regen- und Savannenwälder. Kasuare sind sehr wehrhafte Tiere, die ihr Revier mit schmerzhaften Tritten auch gegenüber Menschen verteidigen und ernsthafte Verletzungen verursachen können.

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Australien


Inka-Kakadu Cacatua leadbeateri

Heimat dieses Papageienvogels sind trockene und halbtrockene baumbestandene Lebensräume in Australien. Neben Samen, Nüssen und Früchten gehören auch Insekten zum Nahrungsspektrum. Da Süßwasser ein wichtiger Überlebensfaktor ist, profitieren diese Vögel von Viehtränken auf den Farmen der Trockengebiete. Durch Abholzung von Wäldern fehlen oft aber geeignete Höhlenbäume für die Brut. Der Inka-Kakadu ist in allen australischen Bundesstaaten geschützt.

Wellensittich Melopsittacus undulatus

Die Heimat dieses Ziervogels ist Australien. Dort leben die kleinen Papageien in offenen Trockengebieten oft in großen Schwärmen und ernähren sich von den Samen bodendeckender Pflanzen. Vorkommen und Bruterfolg sind vom Vorhandensein von Süßwasser abhängig. In Europa werden Wellensittiche seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehalten und gehören zu den beliebtesten Heimtieren.


Flötenvogel Gymnorhina tibicen
Seinen Namen verdankt dieser in Australien und Tasmanien häufige Singvogel dem melodischen Ruf. Nist- und Rastplätze sind hohe Bäume, die Nahrung (Insekten, Pflanzen u.a.) sucht er am Boden. Flötenvögel kommen oft in der Nähe des Menschen vor und sind dafür bekannt, während der Brutzeit ihr Revier auch gegen Menschen aggressiv zu verteidigen


Seidenlaubenvogel Ptilonorhynchus violaceus     Australien, 1863 und 1888
Laubenvögel besiedeln Neuguinea, Australien und die benachbarten Inseln. Die Heimat des Seidenlaubenvogels ist Ostaustralien. Er lebt in Regen- und Eukalyptuswäldern sowie Parkanlagen. Typisch für diesen Singvogelverwandten ist der Bau von Balzplätzen mit „Lauben“ aus Zweigen, die mit farbigen Gegenständen geschmückt werden. Dazu kann in der Nähe des Menschen auch Zivilisationsmüll, etwa Trinkröhrchen, verwendet werden. Zur Nahrung gehören Beeren, Früchte, Blütennektar und Insekten.

Trauerschwan Cygnus atratus

Ursprünglich lebte diese Art nur in Australien und Tasmanien. Als Gefangenschaftsflüchtlinge gibt es aber auch in Europa immer wieder Brutpaare und Einzeltiere. Brutplätze sind große Binnenseen mit flachen Uferregionen, Küstengewässer und Überschwemmungsgebiete. Trauerschwäne ernähren sich vor allem von Wasserpflanzen

Emu Dromaius novaehollandiae
Zoo Amsterdam, 1856

Der Emu ist die größte Vogelart Australiens. Die Verbreitung in den offenen Landschaften des Kontinents wird vom Zugang zu Süßwasser bestimmt. So profitieren diese Laufvögel auch von der Schafzucht und den deshalb von den Farmern angelegten Wasserstellen. Sie fehlen nur in Regionen mit dichten Wäldern und stark urbanisierten Gebieten. Die Nahrung besteht aus Pflanzen und Insekten.




Antarktis

Kaiserpinguin Aptenodytes forsteri      Deutsche Südpolarexpedition; Südpolargebiet, Januar 1903
Der Kaiserpinguin ist die größte Pinguinart. Er brütet im gesamten Südpolargebiet und gilt als einzige Wirbeltierart, die längere Zeit im antarktischen Eis leben kann. Zu ihren Brutplätzen wandern die Altvögel bis zu 200 km ins Landesinnere, die Brutzeit liegt im antarktischen Winter. Die Partner wechseln sich beim Ausbrüten und der Aufzucht des einzigen Jungtiers ab. Zur Nahrungsaufnahme müssen sie große Strecken bis zum offenen Wasser zurücklegen. Der Kaiserpinguin jagt ausschließlich im Meer nach Fischen, Tintenfischen und Krebstieren.

Wanderalbatros
Diomedea exulans

Deutsche Tiefsee-Expedition „Valdivia“
Südatlantik, 18.11.1898

Die Brutgebiete der Wanderalbatrosse sind die subantarktischen Inseln. Mit einer Spannweite von über 320 cm gehören sie zu den größten Seevögeln. Bevorzugte Nahrung sind Tintenfische. Auf Grund ihres Körperbaus können Albatrosse auch bei starkem Wind gut segeln, haben aber große Probleme beim Starten und Landen. Sie unternehmen sehr weite Wanderungen und suchen den festen Boden nur zum Brüten auf.


Schwarzgesicht-Scheidenschnabel Chionis minor    Deutsche Tiefsee-Expedition „Valdivia“, Kerguelen, 1898
Scheidenschnäbel kommen mit 2 Arten nur in der Antarktis, an der Südspitze Südamerikas und auf vorgelagerten Inselgruppen vor. Sie leben meist in der Nähe von Kolonien anderer Meerestiere (z. B. Pinguine und Robben) und versuchen dort Altvögeln die Nahrung für die Jungtiere zu stehlen (Kleptoparasitismus). Außerdem leben sie von Aas, Jungvögeln und wirbellosen Meerestieren.


Amerika


Andenkondor
Vultur gryphus


Lebensraum des größten Neuweltgeiers sind die Anden von Venezuela bis Feuerland. Er brütet auf Felssimsen und -plattformen. Die Eltern ziehen nur jedes zweite Jahr ein Junges auf. Hauptnahrung ist Aas. Trotzdem wurde der Andenkondor stark bejagt, so dass vor allem im nördlichen Südamerika nur noch wenige Tiere vorkommen und zur Sicherung der Bestände Wiederansiedlungsprojekte durchgeführt werden. In der Kultur südamerikanischer Völker spielt der Kondor eine bedeutende Rolle als Symbol des Himmels und der Freiheit.

Kurzlappen-Schirmvogel
Cephalopterus ornatus
Pampayaco (Peru), 1829, gesammelt von Eduard Poeppig

Der Kurzlappen-Schirmvogel gehört zu den Schmuckvögeln, die nur in Mittel- und Südamerika vorkommen. Seine Heimat ist das Amazonasbecken. Dort besiedelt er Waldgebiete entlang der Flüsse und Regenwälder in den unteren Lagen der Anden. Die Nahrung besteht vor allem aus Früchten, Insekten und kleinen Echsen.

Brauenmotmot Eumomota superciliosa
Vera Paz, Guatemala, 1876

Der Brauenmotmot gehört in die Verwandtschaftsgruppe der Rackenvögel. Seine Heimat sind die mittelamerikanischen Tieflandregenwälder von Südmexiko bis Costa Rica. Zur Nahrung gehören vor allem Früchte und Insekten. Die Nester legen die Elterntiere in Brutröhren an, die beispielsweise in Uferböschungen gegraben werden.

Purpurbrustkotinga Cotinga cotinga
Maynas, Mission Tocache (Peru), 1830,
gesammelt von Eduard Poeppig

Dieser Schmuckvogel besiedelt das nördliche Südamerika von Peru bis zur Atlantikküste. Er lebt in den Baumkronen der Regenwälder. Über die Lebensweise ist wenig bekannt, ähnlich wie verwandte Arten dürfte er von Früchten und eventuell auch Insekten und ihren Larven leben.

Veilchenohrkolibri Colibri coruscans
Venezuela, vor 1868

Kolibris kommen nur in Amerika vor. Es sind etwa 340 Arten beschrieben worden, die unterschiedlichste Lebensräume zwischen Alaska und Feuerland besiedeln. Bekannt sind sie durch ihren Schwirrflug, der ihnen die Nektaraufnahme auch an hängenden Blüten ermöglicht. Der Veilchenohrkolibri lebt an den Andenhängen von Venezuela bis Nordargentinien.


Präriehuhn Tympanuchus cupido,  Nordamerika, 1888
Das Präriehuhn lebte ursprünglich in den Prärien ganz Nordamerikas. Durch die starke Bejagung und die großflächige Umwandlung der Lebensräume in Weide- und Ackerland ist das Verbreitungsgebiet heute auf Teile des Mittleren Westens der USA beschränkt. Typisch ist das Balzverhalten der Männchen, die in ihren „Arenen“ gegeneinander mit einem artspezifischen „Tanz“ um die Weibchen werben. Präriehühner leben von Pflanzenteilen, die Jungvögel brauchen Insekten als Nahrung.


Weißkopfseeadler Haliaeetus leucocephalus, New Orleans, 1857
Ursprünglich war der Weißkopfseeadler über weite Teile Nordamerikas verbreitet, durch Verfolgung und den Einsatz des Insektenschutzmittels DDT gingen die Bestände bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts stark zurück, haben sich in den letzten Jahrzehnten aber erholt. Er lebt meistens an Flüssen, Seen oder Meeresküsten und ernährt sich von Fischen und größeren Wirbeltieren. Die Horste werden in alten Bäumen und in Felswänden gebaut. Für die Ureinwohner Nordamerikas hat der Weißkopfseeadler große rituelle und kulturelle Bedeutung. Er ist der Wappenvogel der USA.

Derby-Arassari Aulacorynchus derbianus
Pampayaco, Peru, 1829

Diese Tukanart lebt vor allem in den Anden von Südkolumbien bis Nordwestbolivien in subtropischen Regenwäldern bis in 2000m Höhe. Über die Lebensweise ist wenig bekannt, hauptsächlich besteht die Nahrung aus Früchten und Insekten, wie andere Tukane brütet auch der Derby-Arassari wohl in Baumhöhlen. Dieses Exemplar wurde von dem Leipziger Naturforscher Eduard Poeppig während seiner Südamerikareise gesammelt.

Riesentukan Ramphastos toco

Heimat des Riesentukans ist das Tiefland im östlichen und zentralen Südamerika. Dort besiedelt er offene Landschaften mit einzelnen Bäumen und kommt auch in der Kulturlandschaft vor. Zum Nahrungsspektrum gehören Früchte, Insekten, kleine Wirbeltiere und Vogeleier. Gebrütet wird vor allem in natürlichen Baumhöhlen.



Nacktgesichthokko Crax fasciolata, Zoo Berlin, 1884
Hokkos gehören zu den Hühnervögeln. Es sind rund 50 Arten bekannt, die alle in den Tropen und Subtropen Mittel- und Südamerikas leben und meist eng an tropische Regenwälder gebunden sind. Wichtigste Nahrung sind Pflanzenteile. Der Nacktgesichthokko ist in Brasilien, Argentinien, Bolivien und Paraguay verbreitet.



Ararauna Ara ararauna

Heimat dieser Papageien sind tropische und subtropische Wälder sowie Savannen in weiten Teilen Südamerikas. Sie leben von Früchten, Nüssen und Beeren, Palmfrüchte werden bevorzugt. Zur Neutralisierung von Pflanzengiften nehmen sie Lehm auf. Das Abholzen von Wäldern ist die Hauptursache für den Rückgang dieser Art in vielen Teilen des Verbreitungsgebietes.







Wirbeltiersammlung
Die Wirbeltiersammlung des Naturkundemuseums beinhaltet neben den exotischen Präparaten der ehemaligen Universitätssammlung umfangreiche Belege aus dem Gebiet Nordwestsachsen. Hier konnten in den letzten Jahrzehnten wertvolle wissenschaftliche Belge von originalen Sachzeugen gesammelt werden, welche heute sehr selten. bzw. in diesem Raum schon ausgestorben sind. Mit den Präparaten von Herman H. ter Meer (1871-1934), sowie mit 7 Präparaten ausgestorbener Vögel besitzt die Sammlung internationale Bedeutung.

Eierkasten aus der wissenschaftlichen Sammlung mit Eiern der Trottellumme Uria aalge gesammelt 1874 – 1905
Hausrattenbälge Rattus rattus 2 Exemplare vom 20.12.1948, Großmarkthalle Leipzig; 1 Exemplar vom 13.03.1937, Zoo Leipzig
Erdkröte Bufo bufo vom 10.04.1978, südlicher Leipziger Auwald
Großtrappe Otis tarda Mauserfedern von der Population Raum Radefeld – Delitzsch, gesammelt zwischen 1957 und 1978. Diese Population gilt seit Mitte der 90ziger Jahre als ausgestorben.
Biberschädel Castor fiber vom 25.04.2002, Bad Düben, Obermühlenteich
Biberfell Castor fiber vom 10.11.1987, Reudnitz, Kreis Oschatz


Wirbellosenzoologie
Die Sammlung umfasst ca. 180.000 Exemplare und Proben. Überwiegend sind es Insekten- und Molluskensammlungen, die in der Zeit zwischen 1880 und 2000 von verschiedenen Privatpersonen angelegt wurden und nun aufbewahrt und erschlossen werden. Geographischer Schwerpunkt ist Nordwestsachsen, aber auch aus anderen Regionen gibt es Material. Die Arten- und Formenvielfalt der Wirbellosen und das Interesse an der Förderung der regionalen Naturforschung waren die Hauptbeweggründe für die Sammlerinnen und Sammler.

Europäische Laufkäfer Carabidae aus der Sammlung Alexander Reichert (Leipzig
Europäische Marienkäfer Coccinellidae aus der Sammlung Alexander Reichert (Leipzig)
Tropische Tagfalter aus der Sammlung Dr. Gerhard Richter (Haselbach)
     Bananenfalter Caligo beltrao Brasilien
     Himmelsfalter Morpho cissies Nördliches Südamerika
     Ritterfalter Battus polydamas Mittel- und Südamerika
     Ritterfalter Eurytides bellerophon SüdamerikaWeißling (Phoebis argante) Mittel- und Südamerika
     Ritterfalter Mimoides pausanias Mittel- und Südamerika
     Afrikanischer Monarch Danaus chrysippus Afrika, Asien,Australien
     Monarchfalter Euploea core Ost- und Südostasien
     Monarchfalter Tirumala septentrionis Ost- und Südostasien
     Amerikanischer Monarch Danaus plexippus Amerika, Südostasien, Australien, Nordafrika, Europa
Meeresmollusken aus der Sammlung Werner Richter (Biberach)


Botanische Sammlungen
Von mehr als 32.000 Objekten ist das Herbarium der Farn- und Blütenpflanzen mit mehr als 26.000 Belegen die größte Teilsammlung. In der Tradition des Gründers des Museumsher bariums, Otto Fiedler, bilden Neophyten (bis 1492 in der Region nicht heimische Arten) und Adventivarten (vorübergehend etablierte nicht heimische Arten) im Raum Leipzig einen Sammlungsschwerpunkt. Die in Amerika beheimateten Nachtkerzen (Oenothera) wurden in den vergangenen Jahrzehn ten als Zierpflanzen in Europa eingeschleppt.

Rotkelchige Nachtkerze Oenothera glazioviana Heimat: durch Hybridisierung und natürliche Auslese neu in Mitteleuropa entstanden
Rosa Teppich-Nachtkerze Oenothera speciosa Heimat: südwestliche USA bis nördliches Mexiko
Missouri-Nachtkerze Oenothera macrocarpa Heimat: USA in den Staaten Kansas, Missouri, Nebraska, Oklahoma, Arkansas und Texas


Geologie
Die rund 60.000 Einzelstücke (33.000 Inv.-Nr.) umfassende Sammlung gliedert sich in die Sachgebiete Petrografie, eiszeitliche Geschiebe, Mineralogie und Paläontologie. In der Mineralogie nehmen die Achate und andere Quarzvarietäten einen herausragenden Platz ein. Die Sammlung fossilführender Geschiebe von Erich Richter (1909-1999) ist eine der umfangreichsten ihrer Art in Mitteldeutschland. Einen besonderen Wert besitzen die Sammlungen fossiler Pflanzen und Tiere aus dem Tertiär der ehemaligen Braunkohletagebaue, da sie heute vor Ort nicht mehr beschaffbar sind.

Achat mit Amethyst St. Egidien / Landkreis Zwickau
Kalzit-Blätterspat Schneeberg / Erzgebirge
Geschiebefossil, Tintenfischgehäuse Estonioceras heros Ordovizium, Schwarzer Berg bei Taucha
Muschelplatte Glycimeris subterebratularis Tertiär, Oligozän, Leipzig / Espenhain
Rippe einer Seekuh Halitherium schinzi Tertiär, Oligozän, Leipzig / Espenhain
Knochenfisch Aspidorhynchus longirostris Jura, Malm, Solnhofen / Bayern
Blätter von Ahorn, Hasel, Sumpfzypresse und Walnuß Acer, Carpinus, Taxodium und Palaeocarya Tertiär, Eozän, Leipzig / Schleenhain
Kieferzapfen Pinaceae Tertiär, Oligozän, Leipzig / Espenhain
Bernstein Succinit Tertiär, Miozän, Bitterfeld / Tagebau Goitsche
Mammutzahn Mammuthus primigenius Quartär, Elsterschotter Leipzig / Lindenau